Full text: Die politische Ökonomie des Rentners

D Die Werttheorie (Fortsetzung) 
tes oder indirektes Mittel der Bedürfnisbefriedigung (wobei unter 
letzterem die Verwendung als Produktionsmittel verstanden 
wird), andererseits als Tauschmittel, — beruht die Einteilung des 
subjektiven Wertes in subjektiven Gebrauchswert 
undsubjektiven Tauschwert®. 
„Die Größe des Gebrauchswertes — sagt Böhm-Bawerk — 
bemißt sich .. . nach der Größe des Grenznutzens, den das zu 
schätzende Gut im Eigengebrauche bringt. — Die Größe des sub- 
jektiven Tauschwerts ist daher zu bemessen am Grenznutzen 
der für dasselbe einzutauschenden Güter“. 
Daraus folgt, daß die Größe des subjektiven Tauschwerts „von 
zwei Umständen abhängen muß: erstlich von der objek- 
tiven Tauschkraft (dem objektiven Tauschwert) des 
Gutes; denn diese entscheidet, ob man viele oder wenige Güter 
in Austausch dafür erwerben kann; und zweitens von dem 
Bedürfnis- und Vermögensstande des Eigen- 
tümers®*.“ 
Wir führten die Formulierung Böhm-Bawerks fast vollständig 
an, weil sie selbst den Widersinn und Widerspruch des Begriffes 
des subjektiven Tauschwerts am besten zum Ausdruck bringt. Ist 
es doch kein geringerer als unser Meister selbst, der uns sagt, daß 
das „Maß des subjektiven Tauschwerts vom... objek- 
tiven Tauschwert abhängen muß...‘ (Sperrdruck von mir. 
N. B.) 
. Hier wird die „objektive“ Welt des Marktes nicht durch die 
Hintertüre eingeschmuggelt; im Gegenteil, in der Definition 
des Maßes des subjektiven Tauschwertes selbst tritt der Zusam- 
menbruch der Theorie zu Tage, die auf individuell-psychologi- 
schem Sande aufgebaut ist®. 
32 Bezüglich der „direkten“ und „indirekten“ Befriedigung der Bedürf- 
nisse ist hervorzuheben, daß Böhm-Bawerk hierin von der Terminologie 
K. Mengers abweicht: „Der Wert in dem ersten (d. h. in der Naturalwirtschaft. 
N. B.) und der Wert in dem zweiten Falle (subjektive Tauschwertschätzung. 
N. B.) sind ... lediglich zwei verschiedene Formen derselben Erscheinung 
des wirtschaftlichen Lebens. Was aber der Erscheinung des Wertes an jedem 
der beiden Fälle einen besonderen Charakter verleiht, das ist der Umstand, 
daß die Güter für die wirtschaftenden Subjekte, welche über dieselben ver- 
fügen, in dem ersten Falle mit Rücksicht auf ihre direkte, im zweiten 
Falle mit Rücksicht auf ihre indirekte Verwendung jene Bedeutung 
erlangen, welche wir den Güterwert nennen. So nennen wir den Wert in 
dem ersten Falle — Gebrauchswert, im letzteren aber Tauschwert‘“ (K. Menger: 
„Grundsätze der Volkswirtschaftslehre‘“, Wien 1871, S. 214, 215). 
33 Böhm-Bawerk: „Grundzüge usw.“, S. 53 u, 54. 
3 Ib. S. 54. 
35 Recht besehen — sagt W. Scharling — scheint dann (bei den indirek- 
ten Schätzungen. N. B.) auch durch diesen ‚subjektiven Tauschwert‘ gerade die 
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