Full text: Die politische Ökonomie des Rentners

12 Die Profittheorie 
der kapitalistischen Verteilung, sondern auch die allgemeine Ab- 
hängigkeit der Verteilungsformen von den Formen der Produk- 
tion. Die Analyse dieser Frage ergibt folgendes: Seiner funk- 
tionellen Bedeutung nach ist der Verteilungsprozeß nichts an- 
deres als ein Reproduktionsprozeß der Produktionsverhältnisse; 
jede historisch bestimmte Form der Produktionsverhältnisse 
weist eine adäquate Form der Verteilung auf, die das gegebene 
Produktionsverhältnis reproduziert. So ist es auch mit dem Ka- 
pitalismus. /„, .. .der kapitalistische Produktionsprozeß (ist) eine 
geschichtlich bestimmte Form des gesellschaftlichen Produktions- 
prozesses überhaupt. Dieser letztere ist sowohl Produktionspro- 
zeß der materiellen Existenzbedingungen des menschlichen Le- 
bens wie ein in spezifischen, historisch-ökonomischen Produk- 
tionsverhältnissen vor sich gehender, diese Produktionsverhält- 
nisse selbst und damit die Träger dieses Prozesses, ihre mate- 
riellen Existenzbedingungen und ihre gegenseitigen Verhältnisse, 
d. h., ihre bestimmte ökonomische Gesellschaftsftorm produzie- 
render und reproduzierender Prozeß*.‘“ Der Prozeß der kapi- 
talistischen Verteilung, der sich ebenso in ganz bestimmten 
historischen Formen vollzieht (Kauf und Verkauf der Arbeits- 
kraft, Bezahlung ihres Wertes durch die Kapitalisten, Entstehung 
von Mehrwert), ist eben nur ein Bestandteil, eine bestimmte Seite 
dieses Prozesses der kapitalistischen Produktionsweise, als Gan- 
zes genommen. Wenn das Verhältnis zwischen Kapitalist und 
Arbeiter das grundlegende Produktionsverhältnis der kapitalisti- 
schen Gesellschaft bildet, so reproduzieren die Formen der kapi- 
talistischen Verteilung — die Kategorien des Arbeitslohns und 
des Profits — dieses grundlegende Verhältnis. Wenn man des- 
halb Produktions- und Verteilungsprozeß „als solche“ nicht mit 
den jeweiligen ökonomisch-historischen Formen vermengt, die 
die „Ökonomische Gesellschaftsstruktur‘, d. h., den jeweiligen 
Typus der menschlichen Beziehungen bilden, so gewinnt man ein 
klares Ergebnis, und zwar: Wollen wir irgendeine konkreie CGe- 
sellschaftsstruktur erklären, so müssen wir sie nur als einen spe- 
ziıfischen, historisch gewordenen Typus von Ver- 
hältnissen auffassen,/d. h., als einen Typus, der 
historische Schranken und ihm allein zukom- 
mende Besonderheiten hat. Die bürgerliche politische 
Oekonomie tritt infolge ihrer Beschränktheit nicht aus den Gren- 
zen der allgemeinen Definitionen heraus.! „. .. die National- 
Ökonomen (haben) den natürlichen Vorgang der Produk- 
tion mit dem durch das Grund- und Kapitaleigentums r ec ht 
* Karl Marx: „Kapital“, Bd. III, 2. Teil, S. 350. 
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