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örzlich fertig gewordenen Bahn über Richmond, Weimar,
Schulenburg, Flatonia nach San Antonio in Texas durch
fuhren, wo Graf Imre und ich uns am 24. mit den voraus
gefahrenen vier Herren vereinigten.
Diese hatten inzwischen Bekanntschaft mit Ohicieren
und einigen anderen Herren gemacht, unter Anderen mit
einem Ungarn-Abkömmling, Herrn von Madaraz, dessen Vater
jn Folge der 1848er Ereignisse hierher ausgewandert war.
er junge Herr, welcher die einzige Kunstgärtnerei bei San
Antonio besitzt, wurde uns sehr gefällig und nützlich. Wir
besuchten von San Antonio am 23. Mai eine circa 14 Meilen
dävon entfernte Farm des Herrn Devine, welcher auf 14.000
Acres Merinoschafe und Angoraziegen züchtet, und am 26. Mai
«iie einige 50 Meilen von San Antonio gelegene Capot-Farm,
Welche dem Eisenbahn-Director Mr. Peirce gehört
Am 27. Mai fuhren wir nach der vom deutschen Adels-
^Greine im Jahre 1845 gegründeten Colonie New-Braunfels,
30 Meilen von San Antonio auf der Strasse nach Austin, der
Hauptstadt von Texas, gelegen.
Schon längere Zeit litt ich, in Folge von Erkältung, an
einer Kehlkopfentzündung und hier musste ich mich einer
Operation unterziehen, welche der in Berlin, Bonn und Breslau
trefflich ausgebildete Dr. Claessen, ein Rheinländer, geschickt
Vollzog, die mich aber doch zwang, bis zum 30. Mai hier zu
f&stcn. Die Herren Grafen Hoyos, Imre Széchényi und Baron
Oudenus blieben bei mir in New-Braunfels; die anderen beiden
Herren gingen nach Kansas City am 28. Mai ab. Wir er
reichten am 2. Juni diese Stadt, nachdem wir uns um 30
tunden auf der 892 englische Meilen weiten Strecke über
Austin, Hearne, Dallas, Sherman, Denison, Eufala, Vinita,
Sage und Fort Scott durch Nordtexas und das Indianer Ter
ritorium verspätet hatten. Heftige Regen und Hagel hatten
Bahnkörper beschädigt. Auch die vorausgefahrenen
®rren, Graf Andrassy und Geza Széchényi, waren 24 Stunden
^tifgehalten worden, hatten aber den Genuss gehabt, während
grossartigen Gewitters, das den Hagel- und Regenwolken-