Full text : Logik des Geldes

Q8  Fünftes  Kapitel.  Zur  Systematisierung  der  Lehren  vom  Papiergelde.
Metall  zu  glauben,  solange  muß  auch  für  Metalldeckung
gesorgt  werden.«  So  sind  beide  Parteien  von  der  praktischen ­
  Notwendigkeit  metallener  Garantien  überzeugt  und
hier  treffen  sich  beide  Extreme.  Nur  daß  der  Nominalist
eben  hofft,  jener  »Aberglaube«  sei  leichter  zu  beseitigen,
als  man  gemeinhin  annimmt.  Dem  Wesen  des  Geldes  entspricht ­
  es  nach  seiner  Auffassung,  daß  eigentlich  nicht
die  Fälle  b)  und  c),  sondern  der  Fall  a)  als  bedenklich
gelten  müßte.
So  wird  der  Unterschied  zwischen  einlösbarem  und  uneinlösbarem ­
  Papiergeld  (b)  und  (c),  so  wesentlich  er  dem
Theoretiker  in  mancher  Beziehung  scheinen  mag,  im  Leben
oft  bedeutungslos.  So  kann  insbesondere  die  Einlösung
der  Scheine  suspendiert  sein,  obwohl  ein  ursprünglich  zur
Umwechslung  bestimmter  Metallfonds  eine  enorme  Höhe
besitzt:  Hier  sind  die  Scheine  zurzeit  uneinlöslich,  und
doch  scheint  die  wirtschaftliche  Möglichkeit  ihrer  Einlösung
vorhanden,  wobei  freilich  dahingestellt  bleiben  muß,  ob
nicht  andere  Zwecke,  zu  denen  der  Fonds  herangezogen  werden ­
  soll,  in  erster  Linie  Erfüllung  verlangen.
Die  Erfahrung,  daß  weder  ein  bestehendes  Gesetz  nocn
der  Aufdruck  der  Scheine  irgendwelche  Garantie  für  die
Erhaltung  der  Einlösbarkeit  bieten,  führt  leicht  zu  dem
Postulat,  die  Sicherheit  des  Papiergeldes  prinzipiell  auf
etwas  anderes  gründen  zu  wollen  als  auf  die  problematische
Möglichkeit  des  Umtausches  in  Metallgeld:  Damit  gelangt
man  leicht  zu  »nominalistischen«  Theorien.
2.  Man  hat  die  Ausgabe  von  Papiergeld  auf  Grundstücke
fundieren  wollen.  Das  bekannteste  Beispiel  sind  die  Assignaten ­
  der  Französischen  Revolution,  —  ein  Thema,  über
das  unendlich  viel  geschrieben  worden  ist.  Die  Assignatenwirtschaft ­
  endete  bekanntlich  mit  völliger  Entwertung  des
Papiergeldes,  im  wesentlichen,  weil  die  Menge  der  aus-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.