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Argentinien.
ob eine derartige Begünstigung einer in ihren Leistungen
durchäus ungenügenden und nur durch Schutzzölle lebensfähig
erhaltenen Industrie auf Kosten des ganzen übrigen
Volkes den Grundsätzen einer gesunden Volkswirtschaft entspricht.
Dabei darf nicht vergessen werden, daß die Handhabung
der Konversion in. ihrer jetzigen Form nicht mehr
dazu dient, die schädliche Menge des Papiergeldes allmählich
aus dem Verkehr zu ziehen, sondern nur zur Festlegung des
Kurses. Das ganze System ist aufgebaut auf der Voraussetzung
großer Überschüsse in der Ausfuhr. Nun geht aber,
wie oben geschildert, die argentinische Viehzucht infolge der
Überanspannung durch die Ausfuhr zurück, einige Mißernten
können starke Ausfälle bringen, und solche ungünstige Umstände
würden der Konversionskasse ihren gesamten Goldvorrat
entziehen, so daß für die seit 1899 neu ausgegebenen
166 Mill. (S. 151) keine Deckung in Gold mehr vorhanden
wäre und das Papiergeld mit einem Schlage eine bedeutende
weitere Entwertung erfahren würde. Vom. volkswirtschaftlichen:
Standpunkte aus ist also dringend zu verlangen, daß
die Konversionkasse ihrer alten Bestimmung der Valorisierung
des Papiergeldes zurückgegeben wird. Nur auf diese
Weise kommt Vertrauen zu der Finanzwirtschaft in das Volk
und die Ausländer und der Ansporn zu weiterer Entwickelung
der Industrie.
e) Steuern und Zölle.
Nach dieser für das Verständnis der argentinischen Zustände
erforderlichen Schilderung der Valutafrage kann die
Untersuchung der argentinischen Staatseinnahmen (Ss. S. 147
u. f.) wieder aufgenommen werden.
Die Staatseinnahmen setzten sich 1904 folgendermaßen
zusammen‘):
direkte Steuern 4.206 179 P. P.
indirekte Steuern 4 765 899 P. P.
und 43 032 828 P.G.
Gebühren, Stempel usw. 7256267 P. P.
und 3666676 P. G.
Staatsländereien und Unternehmungen 12 498 178 P. P.
Im ganzen (nach Umrechnung) 77 Mill. P. G.
Die direkten Steuern liefern nur einen ganz geringen
Betrag; sie bestehen 1. aus der Grundsteuer der Hauptstadt
') L’Argentine au XX. siecle. S.314 u. f.