Full text : Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika

| Argentinien.
dies aber nicht ist, daß vielmehr ?/4 der sämtlichen industriellen
Betriebe in den Händen von Ausländern sind, geht aus den
Zusammenstellungen auf Seite 131 und 133 deutlich hervor,
und dadurch wird auch der scheinbare volkswirtschaftliche
Nutzen der inländischen «Industrien wieder hinfällig, denn
das Geld des argentinischen Volkes geht «größtenteils in die
Taschen von Ausländern, die ihr Kapital in Betrieben auf
argentinischem Boden angelegt haben, von der argentinischen
Statistik aber einfach zu der nationalen Industrie gerechnet
werden. Inwieweit die in Argentinien gemachten Gewinne
der Ausländer im Lande verbleiben oder in auswärtigen
Unternehmungen angelegt werden, läßt sich nicht feststellen.
Wert der Produktion in Argentinien.
Diese für die Beurteilung der argentinischen‘ wirtschaftlichen
 Verhältnisse wichtige Frage bedarf einer besonderen
Darstellung, die sich am besten durch eine Zusammenstellung
 der Mobiliarwerte in Argentinien und ihrer Erträgnisse
ausführen läßt. Dabei kann durch eine Untersuchung der
Beteiligung ausländischen Kapitals und seiner Erträgnisse
festgestellt werden, welchen Nutzen die verschiedenen europäischen
 Nationen aus der Arbeit ihrer Kapitalien auf argentinischem
 Boden gezogen haben. Diese Untersuchung ist
deshalb besonders nötig, weil die Ergebnisse des Außenhandels
 kein richtiges Bild von der wirtschaftlichen Lage
Argentiniens geben können.
Der Nennwert aller Mobiliarwerte ') in Argentinien betrug
 1904 die Summe von 1646094426 P. G., in der die
Werte der ausländischen Versicherungsgesellschaften nicht
enthalten sind, da deren Kapital — im ganzen 189 Mill.
P. G. — nur zu dem geringen, vom Gesetz vorgeschriebenen
Betrage von 2200000 P.G. in Argentinien festgelegt ist,
während der Rest in den europäischen Häusern blieb. Ebenso
steht es mit den Banken, die meist nur Zweigstellen großer
europäischer Häuser sind, weshalb man nicht genau weiß,
mit welchem Kapital. sie in Argentinien arbeiten.
Die große Gruppe der Mobiliarwerte setzt sich zusammen
 aus dem Kapital der Eisenbahngesellschaften
im Betrag von 588 Mill. P. G. Da dies Kapital aber fort-*)
 Vgl. zu dieser Untersuchung: L’Argenting au XX. siö@cle.
S. 388 u. fi

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