erscheinungen durch Übungen gebessert, Seh-, Lese- und Schreibstörungen
gleichfalls nach Möglichkeit durch sehr langwierige
Übungen ausgeglichen werden, so daß man häufig schwer geschädigten
Kranken, wenn auch nicht die volle Erwerbsfähigkeit
wiedergeben kann, so doch noch ein menschenwürdiges Dasein zu
schaffen vermag. Das gelingt in einer überraschend großen Zahl
von Fällen.
Weniger gut sind die Erfolge bei den Rückenmarks -
schüss en.
Von praktisch größter Bedeutung sind nun die Neur o sen,
d. h. jene Formen der „Nervosität“, die sich neben den bekannten
Algemeinerscheinungen (Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen,
Schlafstörungen usw.) durch Lähmungs- oder Spannungszustände,
Sprach- und Gehörsstörungen, Zittererscheinungen,
Krampfanfälle, Blind- und Taubheit psychogenen Charakters zrt
erkennen geben, bei denen es sich nicht um organische Gehirnkrankheiten,
sondern um psychisch bedingte, wieder herstellbare
Störungen handelt (Kriegsneurotiker).
Bei diesen Symptomenkomplexen, welche sich weniger oft
nach s < w e r e n Verwundungen, als vielmehr nach ps y ch i s ch e n
Einwirkungen, wie Versschüttungen, Granat- und Minenerplosionen
in der Nähe des Betreffenden, aber auch nach einem einfachen
Fall über einen Stein herausbilden, ist somit nicht die Schwere
des Gesschehnisses, sondern die seelische Verarbeitung, welche der
Kranke diesem Geschehnis zuteil werden läßt, das Ausschlaggebende
für die Art und Stkhwere der Krankheitserscheinungen.
Da diese Fälle sich naturgemäß häuften, je länger der Krieg
dauerte, waren sie in erster Linie auch Gegenstand der Heilbestrebungen
der Ärzte und die Heeresverwaltung hat ihnen
gerade in letzter Zeit besonderes Interesse entgegengebracht. Man
IK