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Der Umschlag der Kohle vollzieht sich demnach in Hamburg
einmal vom Seekohlenschiff zum Land, dann vom Seeschiff
in die Schuten, Leichter usw., für den Transport an die
bunkernden Dampfer oder zum Weitertransport flußaufwärts,
drittens ist aber auch ein Umschlag vorhanden vom Eisenbahn
wagen in die Schuten oder direkt in die Dampfer, und viertens
kommt der schon teilweise erwähnte Bunkerverkehr von
Schuten, Leichtern usw. in die Dampfschiffe in Präge.
Ich wende mich jetzt den einzelnen Umschlagsarten zu und
muß hier vielfach Einrichtungen anderer Häfen zum Vergleich
heranziehen, da in Hamburg augenblicklich noch zum Teil nach
alten Methoden gearbeitet wird.
Der direkte Umschlag vom Kohlenschiff zum Land.
Der direkte Umschlag vom Kohlenschiff zum Land ging bis
vor kurzem in Plamburg nur durch an Bord befindliche Dampf
winden vonstatten, welche die Kohle in Kübeln an Deck hoben.
Vom Deck aus wurden die Kübel mittels Dampfdrehkran an den
Kai geschwenkt und mittels Schmalspurwagen zum Lagerplatz
geschafft. Die Kohlenkübel wurden im Schiffsraum durch Hand
arbeit gefüllt. Es war dabei natürlich viel Handlangerarbeit nötig.
Kie neuesten Einrichtungen für Kohleentlöschung an Land sind
die elektrisch betriebenen Brückenkräne, auch wohl Kohlenverlade
brücken genannt. Es sind dies hohe Eisenkonstruktionen, auf
denen Kräne laufen oder hängen. Die Kräne sind drehbar; bei
den hängenden sogenannten Laufkatzenkränen führt ein hoch
klappbares oder ein ausschwingbares Gerüst bis über die Schiffs-
bike. Das ausschwingbare Gerüst hat dem hochklappbaren gegen
über den Vorzug, daß es durch sein Hochschwingen von unten
herauf nicht mit den Anlagen für drahtlose Telegraphie kollidiert,
die zwischen den Schiffsmasten hängen, und von den hochklapp
baren Gerüsten leicht beschädigt oder gar vernichtet werden. Die
Eisenbahnausnahmetarif nach Hamburg 5,65 Mk. per t; der Preis für englische Kohle
lst momentan (Ende 1912) infolge der hohen Frachten bis auf 5 sh 6 d und 5 sh 9 d
gestiegen, während der Normalpreis 3 sh 6 d ist. Die Hapag benützt die westfälische
Kohle wegen ihrer guten Qualität, die die englische Kohle (ausgenommen die bessere,
a ker teurere Cardiffkohle) übertrifft, ferner um, wenn man sich nur einer Bezugsquelle
bedient, im Falle von Streiks nicht einer anderen Firma auf Gnade und Ungnade aus
geliefert zu sein und hohe Preise zahlen zu müssen.
Der Umfang des Kohlenverbrauchs der Hapag beziffert sich auf ca. 300 000 t
englische und 250 000 t deutsche Kohle. Von der letztgenannten werden ca. 80 000 t
mit Leichtern an die zu bunkernden Schiffe geführt.