Metadata: Das Jungdeutsche Manifest

„Es muß ein Staatsbürgertum geschaffen werden, 
welches den neuen Staat dermaßen liebt, daß es freudig 
Gut und Leben für ihn hingibt.“ 
Deutschlanos Geltung und seine Wehrkraft 
Die pazifistischen Gedankengänge gehen von dem Standpunkt 
aus, daß Deutschlands Ansehen in der Welt wachsen könne, wenn es 
jeden Wehrwillen verleugne. Sie folgern, daß die Feinde Deutsch⸗ 
lands sich damit gesichert fühlen. Man glaubt, die Feinde über— 
zeugen zu können, daß das deutsche Volk keinen Willen zur Rüstung 
mehr habe. Diese Versuche sind zur Wirkungslosigkeit verdammt. 
Keiner der Garanten des Versailler Diktates glaubt 
dem deutschen Volke eine solche Beteuerung, auch wenn 
sie unwidersprochen bliebe. Wenn sie es glauben müßten, 
weil es so wäre, dann würde Deutschlands Geltung 
nur herabgesetzt. 
Der Schwache findet nur Mitleid. Freunde findet nur der Starke. 
Das Wechselspiel der Kräfte läßt den Schwachen die Willkür spüren. 
Dem Starken bringt es Vorsicht entgegen. Das deutsche Volk kann 
seiner Geltung nur nützen, wenn es den Willen zur Wehrkraft be— 
tont. Aber mit der Betonung dieses Willens zur Wehrkraft muß 
auch der Wille zum Frieden verbunden sein. Der Jungdeutsche Orden 
gab seiner Auffassung über diese Frage anläßlich der Leipziger 
Tagung folgenden Ausdruck: 
Wir wollen den Frieden; aber wir wollen auch die 
Freihe it. Wir wollen lieber den Frieden als die Frei— 
heit missen. 
Das ist das Bekenntnis zum Recht des Verteidigungs— 
krieges. 
Zu ihm kann ein Volk trotz aller Friedensliebe gezwungen werden, 
wenn die Nachbarn seine Freiheit antasten. 
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