Full text: Theoretische Sozialökonomie

$ 45. Die Begrenzung der Depositen. #) 
ehrs an Bargeld den normalen übertrifft, Diese Differenz ist natürlich 
von der Regulierung der gesamten Zahlungsmittelversorgung seitens 
der Banken abhängig, und kann durch eine angemessene Strenge dieser 
Regulierung auf ein gewisses Minimum beschränkt werden. ” A 
Der Spielraum, innerhalb dessen die zirkulierende Geldmenge 
schwankt, wächst natürlich proportionell mit dieser Geldmenge selbst, 
und es ist also die Normalreserve als eine gewisse Quote der normal 
im Verkehr zirkulierenden Geldmenge anzugeben. Da nun auch diese 
Geldmenge zu einer gegebenen Zeit in einem bestimmten Verhältnis 
zum Gesamtbetrag der Depositen steht, kann die normale Reserve, die 
zur Barzahlung der Depositen gehalten werden muß, auch als eine Quote 
des Gesamtbetrags der Depositen ausgedrückt werden. Dabei ist zu 
bemerken, daß diese Quote immer kleiner wird, je mehr die Depositen 
als Zahlungsmittel an Bedeutung im Verhältnis zum Geld gewinnen, so 
daß eine Volkswirtschaft mit stark entwickeltem Depositenverkehr und 
elativ geringer Geldzirkulation mit einer relativ kleinen Bardeckung 
der Depositen auskommen kann, wie dies auch das Beispiel Englands 
zeigt. 
Das Mittel, durch welches es den Banken gelingt, ihre Reserve zu 
chützen und damit eine bestimmte Knappheit der Zahlungsmittelver- 
sorgung herbeizuführen, liegt nach dem Gesagten in einer Beschränkung 
der Vorschüsse, durch welche neue Depositen geschaffen werden. Heut- 
zutage wird aber keine große Bank, am wenigsten eine Zentralbank, 
ihre Mittel bis zu einer gewissen Grenze zur Verfügung stellen, um 
dann plötzlich ihren Kunden jede weitere Unterstützung zu verweigern. 
Die nötige Begrenzung sucht man vielmehr in angemessenen Ver- 
schärfungen der Bedingungen der Diskontierungen, Darlehen usw. 
Die wirkliche Regulierung der Schaffung neuer Zahlungsmittel in 
er Form von Depositen erfolgt also nicht durch eine starre Begren- 
zung des Gesamtbetrags der Vorschüsse, sondern durch die Bedingungen, 
nter welchen die Banken Vorschüsse bewilligen. Wie diese Be- 
dingungen wirken, werden wir an anderer Stelle untersuchen (88 47 
bis 49). Hier gilt es, die Tatsache festzustellen, daß die Vorschuß- 
bedingungen der Banken das Mittel sind, durch das die nötige Knapp- 
heit der Depositen und damit der gesamten Zahlungsmittelversorgung 
herbeigeführt wird, 
Der Mechanismus, durch den die volkswirtschaftliche Zahlungs- 
nittelversorgung reguliert wird, ist also der folgende: Durch ihre Vor- 
chußbedingungen regulieren die Banken im großen den gesamten 
ahlungsmittelbedarf, wobei noch ein Spielraum für die selbständigen 
eränderungen desselben übrigbleibt. Der Zahlungsmittelbedarf ver- 
eilt sich in einem bestimmten, wenn auch kleinen Schwankungen unter- 
orfenen, Verhältnis auf Geld und Depositen. Die Menge des zirku- 
jerenderr Geldes, sowie die der Depositen, wird also durch die Vor- 
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