Full text: Theoretische Sozialökonomie

. Kap. X. Die Bankzahlungsmittel. 
zirkuliert, wo also die Zirkulation ausschließlich aus Bankzahlungs- 
mitteln besteht. 
Es ist hinsichtlich der Bedingungen der Zahlungsmittelversorgung 
seitens der Banken in erster Linie von Bedeutung, daß die Banknoten 
ebenso wie die Depositen, wenn sie nicht lediglich gegen bares Geld 
oder verfallene Geldforderungen ausgetauscht werden, regelmäßig nur 
in der Form von Vorschüssen der Banken in den Besitz des Publi- 
kums gelangen. Diese Tatsache hat für die Begrenzung der Zahlungs- 
mittelversorgung Bedeutung wesentlich aus drei verschiedenen Gesichts- 
punkten, nämlich erstens, weil dadurch eine regelmäßige Rückströ- 
mung der Bankzahlungsmittel geschaffen wird, zweitens, weil 
die Deckung der Bankzahlungsmittel durch die Auswahl der 
Sicherheiten der Vorschüsse bestimmt wird, drittens, weil der Zins, 
der für die Vorschüsse berechnet wird, die Nachfrage nach denselben 
und somit indirekt die Zahlungsmittelversorgung begrenzt. Wir wollen 
diese Gesichtspunkte nacheinander in drei verschiedenen Paragraphen 
behandeln und beginnen also hier mit der Frage der Rückströmung 
er Bankzahlungsmittel. 
Die Summe der ausstehenden Bankzahlungsmittel kann vermindert 
werden, wenn das Publikum seine Avistaforderungen an die Banken in 
langfristige umwandelt und in dieser Weise das fremde, den Banken 
auf längere Zeit anvertraute Kapital wächst, oder wenn das eigene 
apital der Banken vermehrt wird. Wir wollen aber hier der’Einfachheit 
halber annehmen, daß das Kapital, das den Banken auf längere Zeit 
oder dauernd überlassen ist, unverändert bleibt. Auch das Einkommen 
er Banken in der Form von Zinsen usw. repräsentiert eine Rückströ- 
mung der Bankzahlungsmittel, die aber von den Ausgaben und Dividen- 
denverteilungen der Banken meistens aufgewogen wird. Von denjenigen 
Ein- und Auszahlungen, die sich dieser Voraussetzung zufolge im Gleich- 
ewicht halten, wollen wir absehen. Wir nehmen noch an; daß das Aktiv- 
geschäft der Banken ausschließlich in der Gewährung von kurzfristigen 
orschüssen besteht. Die regelmäßige Rückströmung der Bankzah- 
Jungsmittel an die Banken wird dann dadurch bewirkt, daß die Bank- 
ahlungsmittel nur als Vorschüsse an das Publikum gelangen, die zur 
Verfallzeit zurückbezahlt werden müssen. Offenbar ist unter den ge- 
machten Voraussetzungen die Summe der täglich zurückfließenden 
ankzahlungsmittel gleich der Summe der täglich zur Zahlung gelangen- 
den Vorschüsse. Te 
Um die Regulierung der Rückströmung der Bankzahlungsmittel 
durch die Bedingungen der Vorschüsse näher zu beleuchten, wollen wir 
hier einen Zustand betrachten, in dem die Summe der ausstehenden 
orschüsse und ebenso die der Bankzahlungsmittel konstant bleiben. 
A _Man kann dann zunächst die Rückströmungsgeschwindig- 
keit der Bankzahlungsmittel definieren als die Quote zwischen der täg- 
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