fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

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Soden (1754—1831), Ludwig Heinrich von Jakob (1759 bis 
1827), der lange Zeit in Halle eine Professur bekleidete, J. G. Hoff- 
mann (1765—1847), lange Zeit Direktor des statistischen Bureaus zu 
Berlin und Professor an der Universität, der sich namentlich durch 
seine Schrift über „das Geld“ und über „die Steuern“ eine dauernde 
Stellung in unserer Wissenschaft erworben hat. Es gehört hierher 
auch noch Karl Heinrich Rau, lange Zeit und bis zu seinem Tode 
Professor in Heidelberg (1792—1870), der besonders für die Systemati- 
sierung unserer Wissenschaft für Deutschland eine durchgreifende Be- 
deutung gewonnen hat. Wenn sie auch von ihm nicht zuerst ausge- 
sprochen ist, so hat er doch durch seine systematischen Handbücher eine 
Scheidung der reinen Volkswirtschaftslehre von der in Deutschland 
ganz verbreiteten Wirtschaftspolizei durchgeführt, und schon 1826 
trennte er scharf sein großes Lehrbuch in die drei Teile: der Volks- 
wirtschaftslehre, der Volkswirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft. 
eine Einteilung, die seitdem beibehalten ist, 
Als ein strenger Schüler Smiths ist auch Fr. B. W. Herrmann 
hier zu nennen (1795—1868), Professor. der Staatswissenschaft in 
München und seit 1839 Vorstand des statistischen Bureaus. In seinem 
hauptsächlichsten Werke „Staatswirtschaftliche Untersuchungen‘, 1832 
und 1870, hat er Wesentliches zur Ausbildung und Präzisierung der 
Begriffsdefinitionen geleistet, so daß in dieser Hinsicht sein Werk für 
Deutschland als grundlegend und noch heutigen Tages als unentbehr- 
lich bezeichnet werden muß, K, Fr. Nebenius (1784—1857), haupt- 
sächlich im badischen Ministerium thätig, ist als intellektueller Urheber 
des deutschen Zollvereins zu nennen; er hat sich durch sein Werk: 
„Der öffentliche Kredit“ 1820 ein dauerndes Verdienst erworben. 
Ein Schüler des Ad. Smith, der aber durchaus originell in seiner 
Methode wie in einer Anzahl von ihm aufgestellter Lehrsätze ist, der 
unzweifelhaft als ein Klassiker unserer Wissenschaft und als der be- 
deutendste Nationalökonom Deutschlands bezeichnet werden muß, ist 
Johann Heinrich von Thünen, geb. 1783 auf einem Gute bei 
Jever. Er lernte zunächst die praktische Landwirtschaft, studierte dann 
in Celle bei Th aer theoretisch die Landwirtschaft und zwei Semester 
in Göttingen Jurisprudenz. 1806 pachtete er zuerst ein Gut in 
Pommern und kaufte 1810 den durch ihn klassisch gewordenen Boden 
von Tellow in Mecklenburg. Dort schrieb er sein Hauptwerk: „Der 
isolierte Staat in Beziehung auf Landwirtschaft und Nationalökonomie 
oder Untersuchungen über den Einfluß, den die Getreidepreise, der 
Reichtum des Bodens und die Abgaben auf den Ackerbau ausüben“. 
Rostock 1826. Verbreiteter ist die zweite Auflage, die 1842 erschien 
und zwei Bände umfaßt, die gewöhnlich benutzt und citiert wird. 
1850 starb er auf seinem Gute. Thünen nennt selbst Ad. Smith 
und Albrecht Thaer seine Lehrer, auf die er sich stützt. Aber 
die Methode, die er anwendet, hat in unserer Wissenschaft durch ihn 
zuerst eine Bedeutung gewonnen, und einzelne seiner Lehrsätze sind 
als endgültige Errungenschaft und als entschiedener Fortschritt an- 
arkannt, 
Er geht von einer Abstraktion aus, um dadurch die Wirkung ein- 
zelner wirtschaftlicher Faktoren zu isolieren und den Zusammenhang 
von Ursache und Wirkung erforschen zu können. Bei dieser Unter- 
suchung bedient er sich der mathematischen Methode, zu welcher er 
das rechnerische Material thatsächlichen Verhältnissen, hauptsächlich 
99% 
f. H. von 
Thünen. 
Der isolierte 
Stant,.
	        
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