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Schutzzoll.
als Beiträge zur Erkenntnis des ursächlichen Zusammenhanges zu verwerten
sind.
Gerade für den Europäer sind die Erfahrungen auf amerikanischem
Boden von besonderer Bedeutung, um ihn vor Einseitigkeit und zu
weitgehender Generalisierung zu schützen,
Während alles bisher über Careys Lehre Gesagte dazu führen
mußte, Handelsfreiheit zu verlangen und gemäß dem ausgesprochenen
Optimismus in betreff der Entwickelung der Kultur, alles sich selbst zu
überlassen, eine staatliche Einmischung für überflüssig und daher
schädlich zu halten, gelangt Carey schließlich doch, wie erwähnt,
zur Befürwortung eines Schutzzollsystems und zwar, indem er sich auf
die Justus von Liebigsche Lehre von der Bodenerschöpfung stützt,
Die Natur leiht dem Menschen nur ihre Gaben und verlangt sie zu-Ttück,
wenn sie nicht verarmen soll. Der Landwirt, der seine Produkte
in entfernte Gegenden abgiebt, führt in den mineralischen
Pfianzennährstoffen sein Kapital aus, was zur Erschöpfung seines
Bodens führen muß. Deshalb ist es notwendig, in Agrargegenden Industrie
großzuziehen, dadurch die Bevölkerung zu vermehren und in
unmittelbarster Nähe die Produkte des Bodens verzehren zu lassen.
Dadurch werden zugleich Transportkosten erspart, Um dieses nun zu
erreichen, ist ein Schutz für die aufstrebende Industrie gegen das
Ausland notwendig, wo bereits blühende, erstarkte und damit überlegene
Geschäftszweige entwickelt sind. Er weist ausdrücklich darauf
hin, wie England sich nur durch ein energisches Schutzsystem von
der Uebermacht des holländischen Welthandels befreit hat und selbst
ein Industrieland geworden ist, welches seinerseits seine Uebermacht
die anderen Länder fühlen läßt, gegen welche sie sich schützen
müssen. Damit ist Carey in die Fußstapfen Alexander Hamiltons
getreten und ein Genosse Friedrich Lists geworden,
Er geht aber über beide hinaus, durch die Forderung eines Ausfuhrverbotes
für Getreide, um der amerikanischen Landwirtschaft ihre
Vollkraft zu erhalten. Zwar nicht in dieser letzten Hinsicht, wohl
aber in betreff eines Schutzzollsystems haben die Lehren Careys in
seiner Heimat allgemeinen Anklang gefunden und praktische Bedeutung
gewonnen.
$ 100.
Heinrich von Thünen.
Schuhmacher, Johanr. Heinrich von Thünen, ein Forscherleben. Rostock 1868.
Helferich, Tübinger Zeitschrift für Staatswissenschaft 1852.
Aeltere Ver- Bisher hatten wir auf die deutsche Litteratur näher einzugehen
treter der keine Veranlassung. Nicht daß es an Männern gefehlt hätte, welche
Smithschen auf diesem Gebiete gearbeitet und auch etwas geleistet hätten, aber
len a. es fehlte ihnen durchaus an Originalität, Für Verbreitung der physio-"kratischen
Anschauungen war Johann August Schlettwein
(1731—1802) mit umfangreichen Schriften eingetreten, ebenso Schmalz
(1760—1831) und andere, ebenso der Schweizer Iselin, ohne indessen
eine nachhaltige Bedeutung zu gewinnen. An dem Ausbau der Ad.
Smithschen Lehre und vor allem ihrer Verbreitung arbeiteten Christian
Jakob Kraus (1753—1807), Johann Friedrich Eusebius
Lotz (1771—1838), besonders in seiner Schrift über den Begriff der
Polizei und den Umfang der Staatspolizeigewalt 1807, Graf Julius von