BO Kap. XV. Einfluß der Konjunkturen auf die Arbeit.
aufgenommen haben. Es ist offenbar, daß so gewaltige und plötzliche
Vermehrungen des festen Kapitals, wie sie in den Vereinigten Staaten
stattfinden, überhaupt nur in einem Lande möglich sind, wo die kapital-
produzierenden Industrien Arbeitskraft von außen in beliebiger Menge
an sich ziehen können. In Europa, wo diese Möglichkeit weit mehr
begrenzt ist, könnte eine Hochkonjunktur vergleichbar mit derjenigen,
die die Vereinigten Staaten z. B. in den Jahren 1905 bis 1907 erlebt
haben, kaum gedacht werden. Wenn also einmal in Europa der Zufluß
von Arbeitskräften von außen an die kapitalproduzierenden Industrien
noch weiter eingeschränkt wird, müssen wir eine wesentliche Ab-
stumpfung der Hochkonjunkturen erwarten. Mit der Ausgleichung der
Hochkonjunkturen muß aber auch eine entsprechende Ausgleichung der
Depressionen erfolgen. Wie der enorme Rückgang der Roheisenerzeugung
in den Vereinigten Staaten im Jahre 1908 von 25,8 bis 15,9 Millionen
Tons und der entsprechende Rückgang in der ganzen Produktion von
festem Kapital sein Gegenstück im heutigen Europa nicht hat, so können
wir einer Zeit entgegensehen, wo die europäischen Depressionen noch
weniger ausgeprägt sein werden, als sie es heute sind.
Einwanderung Roheisenerzeugung
in 1000 Personen in 100 000 Tons
1891 560 83
92 623 max. 92 max.
93 503 71
94 314 67 min.
1895 280 34
1896 343 86
97 231 97
98 229 min. 118
99 312 136
1900 499 138
1901 488 159
02 649 178
03 857 max. 180 max.
04 813 min. 165 min.
1905 1026 230
1906 1101 253
07 1285 max. 258 max.
08 783 159 min.
09 752 min. 258
1910 1042 272
Selbstverständlich kann sich die hier als wahrscheinlich bezeichnete
Entwicklung anders gestalten, wenn die großen kapitalproduzierenden
Industrien der westländischen Welt künftig in weiterem Umfang mit
Hilfe von Arbeitern fremder Rassen betrieben würden.
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