DIE WERBEAKTION „DER AUFMERKSAME EHEMANN“ 579
Er bannt die Frau nicht an den heißen Herd,
Läßt sie nicht kochen, backen oder braten.
Es wird zum Mahl im Gasthaus eingekehrt.
So ist der Sonntag froh und wohlgeraten.
SCHILLER AN DIE EHEMÄNNER.
Ehret die Frauen. Sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben, — —
Hat unser herrlicher Schiller gesungen!
Doch wie befolgen es unsere Jungen?
Sie nehmen dankbar die himmlischen Rosen,
Sie lassen sich küssen, lassen sich kosen.
Sie lassen noch mehr — — sie lassen geschehen,
Daß Frauen Sonntags vor Arbeit vergehen.
Sie lassen am glühenden Küchenherde
Die Frauen ertragen arge Beschwerde.
Sie lassen sie schwitzen, sich mühen und tummeln,
Indes sie selbst sonntäglich „Morgenbummeln‘‘.
Und kommen sie dann zum heimischen Tische,
Erwarten sie eine fröhliche, frische,
Munter plaudernde Hausfrau und Speisen,
Die sich als Sonntags- und Fest-Schmaus erweisen,
An solch’ einer Sonntags-Ehrung der Frauen
Würde sich Schiller gewiß nicht erbauen.
Er würde staunend die Locken schütteln
"Ind flugs an dem törichten Brauche rütteln.
Er würde sagen: Was seid ihr für Jungen?
[hr habt einen Ruhetag euch errungen,
Genießt ihn auch gern, mit stillem Behagen,
Ind laßt die Frau harte Küchenfron tragen.
Wahrhaftig! Ihr seid keine Frauenkenner!
Keine aufmerksam-klugen Ehemänner,
Wandelte ich noch auf Erden, ich wüßte
Den richtigen Weg, den man wandeln müßte,
Der führt in eine der gastlichen Stätten,
Die die Stirn versorgtester Frauen glätten,
Weil sie befrein von der Qual vieler Wochen:
Was könnten am Sonntag wir Gutes kochen?