17. Titel: Spiel. Wette. S$ 764, 1391
punkte für das Vorliegen diefer ANoficht bietet & DB. die Et des al8 Sicher
heit dienenden Depots, häufige Prolongationen, Crfärungen beim Sertragsabihluß („Sie
brauchen fein Geld“, „Sie brauchen nicht abzunehmen“ u. dal.), der Umftand, daß effektive
Abnahme nach den Vermögensverhältnijfen des Käufer und der Höhe der Umjäße aus-
zeichlofjen war, oder daß das fraglıde Gefchäft völlig außerhalb der gewöhnlidhen Bes
cufsgehäfte des Käufers lag 2C. (val. NOS. Bd. 30 S. 218 ff., Bd. 34 S. 268, Urt, d.
a vom 6. März 1900 und 4. November 1905, Yur. Wichr. 1900 S. 297, 1906
S. 14 M., Staub a. a. DO. Anm. 60 ff, NOR-Komm. Bem. 1). Der Umftand, daß ver-
2inzelt aud Effektivgeihäfte zwilhen den Barteien abgefchlol en wurden, fteht der
Annahme eines fortgefeßten Differenzverkehr3 nicht entgegen (Urt. d. Meichager. vom
24. September 1909 echt 1909 Mr. 3340).
, Ueber die Frage, ob die Erhebung des Differenzeinwandes al8 gegen
die guten Sitten verftoßend erachtet werden kann, |. Bem. I zu $ 762.
Y. Börfengefeß.
A, Nedhtszuftand nad dem früheren Börfengefege vom
22. Juni 1896.)
Der Börfenterminhandel war in den SS 48—69 des GefehHeS geregelt.
Nach 8 48 gelten al3 Börfentermingefchäfte in Waren oder Wertpapieren Kauf
ober fonftige Anfhaffungsgefhäfte auf eine fejtbeftimmte LieferungsSzeit oder mit einer
feftbeitimmten Sieferungsfrift, wenn fie nad Gefhäftsbedingungen gejhloffen werden, die
von dem Börfenvorjtande für den Terminhandel fejtgefeßt find, und wenn für die an der
betreffenden. Wörfe gefchlofflenen Gefchäfte {older Urt eine amtlide Feititellung von
erfolgt (val. Urt. d. Meichsaer. vom 4. Dezember 1901 in Sur. Wichr. 1902
SS. Je
‚ ach $ 50 ijt der Bundesrat befugt, den Börfenterminhandel von Bedingungen
abhängig zu machen oder in beftimmten Waren oder Wertpapieren zu unterfagen; Der
Börfenterminhandel in Unteilen von Bergwerk und Fabrikunternehmungen ift unterfagt,
der Börfenterminhandel in Anteilen von anderen Erwerbsgefellfichaften fann nur geftattet
werden, wenn das Kapital der betreffenden Erwerbsgefellfhaft mindeftens zwanzig
Millionen Mark beträgt; unterfagt it ferner der bürfenmäßige Terminhandel in Setreide
und Mübhlenfabrikaten (val. hiezuw Urt. d. Reichsger. vom 1. Dezember 1900 ROSE. Bd. 47
S. 101 ff., vom 4. Dezember 1901, vonı 14. Oktober 1903 und vom 30, Mai 1904, Iur.
Wichr. 1902 S. 139 MM 1904 S. 38 ff, 407, ferner vom 21. Dezember 1904 RÖGES.
3b. 59 S. 321 ff. und hinfichtlidh der an einer ausländiichen Bürfe abgefdhloffenen Ge-
Oäfte Urt. d. Keichsger. vom 15. Juni 1903 RGE. Bd. 55 S. 183 ff). Laut Bekanntm.
vom 20. April 1899 CKOBL 1899 S. 266) hat der Bundesrat den Börfenterminhandel in
Rammzug unterfagt. , a
. Gemöß S 66 wird durch ein Börfentermingefchäft in einem Gefhäftszweige,
jür welchen nicht beide Barteien zur Zeit des Gefchäftsab{dhluffes in einem Börfen-
vegijfter eingetragen find, ein Schuldverhältnis nicht begründet. Das
zleiche gilt bon der Erteilung und Nebernahme von Aufträgen, fowie von der Ber
einigung zum Moichluffe von Börfentermingefchäften. Die Unmirkffamkeit erftreckt ich
zuf Die beftellten Sicherheiten und die abgegebenen Schuldanerkenntgifje. Eine Yüc-
forderung dejfen, mas bei oder nach völliger Nbwicdlung des Gejchäfts zu Jeiner Erfüllung
geleiftet morden ift, findet nicht ftatt (vgl. Urt. d. Neichsger. vom 25. Oktober 1902 und
L4. November 1903, ROES. Bd. 52 S. 362 ff, Bd. 56 S. 19 FM, ferner vom 28. Oktober
1899, 4. Februar 1903, 14. Oktober 1903 und 30. Mai 1904, Iur. Wichr. 1904 S, 54 F.,
1903 Beil. S. 46 ff, 1904 S. 38 ff, S. 407). Durch die dem S 66 Börfengel, vom
Ne gegebene Auslegung iit das Unwerhungsagehiet des & 764 erheblich ein=
jeengt worden.
Die Beftimmungen des & 66 finden nach S 68 auch dann Anwendung, wenn das
SGefhäft im Auslande gefhloffen oder zu erfüllen ift. In Anfehung von Perfonen, welche
im Inlande weder einen Wohnfiß noch eine gewerblide Niederlafjung haben, ift die Sin
Iragung ir das ya zur Wirkfjamkeit des Gefchäftz nicht erforderlich (val.
en 43 S. 91 ff, Urt. d. Neichsaer. vom 30. Mai 1903 Sur. Wichr. 1903 Beil.
S, .
„Nach 869 Abf. 1 Tann gegen MAnfprüche aus Börfentermingefhäften, fowie aus der
Erteilung und Nebernahme von Aufträgen und au8 der Vereinigung zum Wofchlufie von
*) Neber das Verhältnis des 8 764 zum früheren Börfengefeße {f.
Dertmann, Da3Z Verhältnis des BGB, zum MMeichabörjengefeß, D. Iur.3. 1897
3. 129 ff.; Werner, Welden Einfluß hat 8 764 BGB. auf & 69 de8 NReihsbörfengefeßes ?
D. Jur.3. 1900 S. 249 ff. Staub a. a. ©. Anm. 52; Trumpler in Zt{hr. f. Handel8r.
S. 454 ff.; Wermert a. a. OD. S. 597 ff.; Düringer-HGachenburag a. a. OD. S. 203