Object: Wirtschaft als Leben

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„Der Wertgedanke“, 
II. 
Den fraglichen Gedanken kann zwar tatsächlich niemand hegen, 
der nach herkömmlicher Art und Weise denkt. Aber es ist dieser Ge 
danke doch schon in jenen vier anderen logisch mitenthalten, die als 
selbstverständliche angesehen werden. Als solche sind die letzteren dem 
herkömmlichen Denken so innig verwachsen, daß sich ihnen das her 
kömmliche Gebaren innerhalb der sogenannten Wertlehre völlig angepaßt 
haben muß. Nun darf aber dieses herkömmliche Gebaren dann auch 
jenem fraglichen Gedanken nicht widersprechen. Da ergibt sich nun 
die Probe darauf, ob der letztere aus richtig Erfaßtem richtig gefolgert 
worden ist: Es muß der Nachweis gelingen, daß innerhalb der soge 
nannten Wertlehre ganz allgemein so vorgegangen würde, als ob auch 
dieser Gedanke für selbstverständlich gälte. 
Dafür kann gelegentlich schon die Verwendungsweise des Aus 
druckes „Wert“ zu einem unmittelbaren Beweis werden. Gewisse Be 
standteile der sogenannten Wertlehre, vom Charakter einzelner Aus 
sagen, bieten hierzu die Gelegenheit. Wir sehen jenen Ausdruck in ein 
Satzgefüge hinein verflochten; wir fragen, unter welcher Bedingung 
allein diesem Satze ein verständiger Sinn innewohnen kann: und wir 
finden, daß es nur unter der Bedingung zutrifft, sobald bei der Ver 
wendung des Ausdruckes „Wert“ jener fragliche Gedanke als eine stille 
Voraussetzung unterliegt. 
Dabei muten wir dem betreffenden Aussagesubjekte keineswegs 
zu, daß es tatsächlich der Verwendung des Ausdruckes „Wert“ den 
fraglichen Gedanken zugrunde lege. Gerade deshalb, weil das herkömm 
liche Denken in jenen vier Selbstverständlichkeiten befangen ist, kann 
dieser Ausdruck ganz unbefangen — ohne daß man sich nämlich 
die mindeste Rechenschaft darüber ablegen würde — so verwendet und 
auch so aufgenommen werden, daß seiner Verwendung jener fragliche 
Gedanke als eine scheinbar stillschweigende, in Wahrheit unbewußte 
Voraussetzung unterliegt, 1$ dieses eigentümliche Verhältnis erlangt 
man natürlich erst dann einen Einblick, sobald man jene Befangenheit 
abgestreift hat; so, wie es vom Standpunkte dieser Untersuchung aus 
geschieht. Dann ist man eben nicht mehr in der Lage, die Verwen 
dungen des Ausdrucks „Wert“ in vollster Unbefangenheit hinzunehmen. 
Man muß dann erst nach der Bedingung aussehen, unter welcher einem 
Satzgefüge, das jenen Ausdruck verwendet, erst ein verständiger Sinn 
innewohnt; und man findet dann gelegentlich die erwähnte Bedingung. 
Die Fälle, bei denen der Ausdruck „Wert“ so verwendet erscheint,
	        
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