die Segeltuch-, Kompaß-, Block-, Segel-, Masten-, Bootmacherei,
die Tauschlägereien!), Ankerschmieden usw. Es wurden ja nicht
alle Schiffe auf Bestellung, sondern viele auch auf Risiko der Meister
gebaut, so daß für die Spekulation in Schiffsbaumaterialien ein
gewisser Spielraum blieb. Die starke Holzzufuhr nach den Schiffsbauplätzen,
die z. T. zur See, z. T. über Dordrecht rheinabwärts
kam?), entwickelte einen umfangreichen Holzhandel?), wie andererseits
der Bedarf an Schiffsmaterialien, wie Teer, Pech, Hanf, das
Geschäft in diesen nordischen Artikeln überaus belebte und einen
starken Zwischenhandel neben dem Eigenhandel hervorrief. Spanien,
Portugal, Frankreich versorgten sich von Holland aus vielfach
mit diesen nordischen Erzeugnissen, die sie hier in großer
Auswahl und beliebigen Mengen fanden.
Unter den holländischen Ausfuhrgütern, die von Rotterdam
nach Frankreich im 17. Jahrhundert gingen, standen Schiffsbaumaterialien
an erster Stelle, wobei freilich diese Waren nicht immer
erst über Holland, sondern vielfach direkt vom Norden in holländischen
Schiffen nach jenen Ländern befördert wurden*). Als während
des spanischen Erbfolgekrieges der Bezug zur See von Holland
vielfach erschwert war, fand Portugal es in seinem Interesse, Hanf,
Schiffsbauholz usw., die es bisher über Holland bezogen hatte,
nun direkt von Preußen kommen zu lassen®). Auch waren die
Holzpreise an der Ostsee oder in Hamburg niedriger als in Holland
und England, so daß man mehr und mehr seine Rechnung dabei
fand, das Holz aus Hamburg zu beziehen®). Dabei waren die Schiffı)
Über Tauschlägereien in Amsterdam im 16. Jahrhundert ter Gouw,
V, 436; nach Bontemantel, II, 506, gab es 1677 dort 16 Reeperbahnen und
Tauschlägereien.
?) Blok, Rel. Venet., S. 35: Allein von Amsterdam fuhren zweimal im
Jahre 50 Schiffe nach Norwegen, um Holz und Schiffsbäume zu holen; man baue
die Häuser ganz von Holz (1610). Im Jahre 1680 brachten 22—23 Schiffe über
60 Schiffsladungen Holz aus Norwegen nach Dordrecht (van Dillen, Stukken
betr. d. Amst. Graanhandel, S. 94). Hier konzentrierte sich der größte Teil des
norwegischen Handels Hollands (Niebuhr „‚, Circularbriefe, S. 167).
3) Über den Amsterdamer Holzhandel, den er sehr hoch veranschlagt, Br u g -
mans, Handel en nijverheid, S. 60.
4) Bijlsma, Rott. koopvaardij, S. 33. Sehr erhebliche Holzein- und
-ausfuhr Rotterdams 1753 bei Dobbelaar, Een Statistiek, S. 218.
5) Baasch, Schiffbaupolitik, S. 233.
6) Ebenda, S. 20090.
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