ging, bezweckte praktisch namentlich die Verschärfung der Maßregeln
gegen die Wollausfuhr. Hinzu kamen dann Beschwerden
über die Niederländisch-Westindische Kompanie und ihr Verfahren
in Guinea. Immer deutlicher trat das Bestreben Englands
zutage, die Niederlande aus ihrer Handelsmacht zu drängen und sie
nach der englischen Pfeife tanzen zu lassen. Johan de Witt
fragte deshalb bei England an, ob man nicht mit einem Abkommen,
das die überseeischen Besitzungen betraf, zugleich eines auf derselben
Grundlage treffen könne, das für Europa gültig sei; davon
wollte England, für das Handelsfreiheit nur bestand, wenn sie
dem eignen Interesse entsprach, nichts wissen!). Als sich die
Sachlage schließlich immer mehr zu einem Konflikte zuspitzte, war
es die Provinz Holland, die dazu trieb, während Friesland dagegen
war. Sehr gegen den Willen Englands, das gehofft hatte, die Niederlande
ohne Krieg demütigen und die Alleinherrschaft zur See mühelos
behaupten zu können, brach dann doch der Kampf aus.
Auch nach diesem Krieg, der 1667 mit dem Frieden
zu Breda seinen Abschluß fand, blieb es bei der Navigationsakte;
doch erreichten die Niederlande nun insofern eine Ausnahme,
als das Verbot, mit niederländischen Schiffen nicht-niederländische
Waren einzuführen, nicht mehr für deutsche Erzeugnisse
gelten sollte, die die Niederlande auf der Achse oder auf dem Rhein
bezogen hatten. Damit wurde der Eigenschaft Deutschlands als des
natürlichen Hinterlandes der Niederlande Rechnung getragen.
Das wäre eine unmittelbare Benachteiligung der deutschen Nordseehäfen,
namentlich Hamburgs gewesen, wenn nicht auch den
hamburgischen Schiffern bereits 1661 England eine Ausnahmestellung
bewilligt gehabt hätte.
Praktisch hat auch der Ausgang des’ dritten
holländischen Seekrieges, „der 1674 mit
dem Frieden von Westminster endete, an dem
bisherigen Verhältnis nichts geändert. _Das
Flaggenrecht mußten die Niederlande nochmals anerkennen und
zwar in seiner verschärften Form, ebenso ausdrücklich die englische
Vorherrschaft zur See. Was die Niederlande tatsächlich schon
1667 verloren hatten, ihre aussichtsreiche Kolonie Neu-Amsterdam,
mußten sie abermals preisgeben. Damit war der hannn
l) Japikse, S. 376 ff.