Full text: Holländische Wirtschaftsgeschichte

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gesicherte wirtschaftliche Grundlage, so hat die Entstehung der 
Moorkolonien in dieser Provinz weiterhin in starkem Maße 
zu der Blüte der Landwirtschaft beigetragen. Bereits im 13. Jahr- 
hundert wurde an der Grenze von Groningen und Drenthe Torf 
gegraben; die Hunze förderte die Abfuhr?). Als nach der Refor- 
mation die Moore, die im Besitz der Klöster waren, an die Provinz 
fielen, war es in erster Linie die Stadt Groningen, die planmäßig 
die Moorkultur betrieb, ausbreitete und die abgegrabenen 
Ländereien für den Landbau gewann. Dadurch erhielt dieser im 
17. und 18. Jahrhundert in den Groninger Moorkolonien schon 
eine große Bedeutung; eine Reihe von Kolonien waren vor 1800 
in schnellem Aufblühen. Neben dem Getreidebau trieb die Provinz 
viel Pferde- und Viehzucht?); letztere pflegte insbesondere gutes 
Schlachtvieh. Groningen bildete das natürliche wirtschaftliche 
Zentrum und hatte schon im 15. Jahrhundert einen großen Vieh- 
markt®); im 17. Jahrhundert entwickelte sich hier ein lebhafter Ge- 
treidehandel. 
Viele Ähnlichkeit mit den Verhältnissen in Groningen hatten 
diejenigen Frieslands. Auch hier bestand eine bedeutende 
Viehzucht; im ı8. Jahrhundert litt sie aber außerordentlich 
durch verheerende Viehseuchen, die den Viehbestand arg mitnahmen 
und zur Folge hatten, daß man von der Rindviehzucht vielfach 
zur Schafzucht überging und nun auch den Getreide-, Kartoffel- 
und Flachsbau bevorzugte*). Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahr- 
hunderts nahm infolge der Einführung dänischen Viehs die Vieh- 
zucht wieder zu; und nun blühte auch der alte Handel mit Käse 
und Butter von neuem auf, der vorzüglich in Sneek und Dokkum 
seinen Sitz hatte. Eine besondere Farbe verlieh Friesland die von 
alters her dort betriebene Pferdezucht. Sie hat der Provinz 
viel Reichtum zugeführt; der Handel mit Pferden brachte dem 
Landmann viel ein. Ein gutes Arbeitspferd kostete noch 1740: 
ı Blink, II, SS: 160£ 
2) Die Viehzüchter Groningens und Frieslands hat wohl im Auge der vene- 
tianische Gesandte, wenn er 1620 ihren großen Wohlstand erwähnt (Blok, Rel. 
Venez., S. 133). 
3) Den großen Ochsenmarkt in Groningen erwähnt 1727 A. Ha Mer, S. 95. 
4) Über die Viehseuchen in Groningen und die Impfungen, die die Hälfte 
des Viehbestandes retteten, Volkmann, S. 418. Vgl.auch Reens, S.22 {£.
	        
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