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aus Trapezunt 1 ), so bedeutend, daß sich gegen ihn die Alauninhaber
von Phocäa wandten.
Wenn wir im Hinblick auf den lebhaften Landverkehr, welcher seit
den frühesten Zeiten vom Schwarzen Meere an die weiten Gebiete bis
zur Ostsee durchquerte, für den eben genannten russischen Alaun der
Danziger Beutler ebenso wie für den kastilianischen Alaun nicht irgendeine
orientalische Herkunft annehmen wollen, so können wir folgern,
daß schon damals neben den Hauptprovenienzen des Orients eine ganze
Menge kleiner Alaunsiedereien an verschiedenen Stellen des Abendlandes
entstanden waren.
Die Haupthandelsvermittler für den orientalischen Alaun nach dem
Abendlande waren die Italiener, daneben treten frühzeitig auch Provenzalen
auf 2 ), und die Kostbarkeit des Alauns in dieser Zeit wird am
besten illustriert durch die Produkte, in deren Gesellschaft er genannt
und ausgeführt wird: Es sind Pfeffer, Brasilienholz, Muskatnüsse,
Zimmt, Gewürznelken, Farbstoffe, Arome H, kurz, es sind die damals im
Abendlande so hoch bezahlten orientalischen Spezereien.
Wann der Alaunexport nach dem Abendlande größere Dimensionen
annahm, läßt sich nicht genau ermitteln, aber wir werden nicht fehl
gehen, wenn wir hier vorweggreifend schließen, daß der Alaunverbrauch
durch die Araber, wenn nicht sogar eingeführt, so doch sicherlich populär
geworden, und daß vor dem 11. Jahrhundert ein sehr nennenswerter
Alaunverbrauch für Europa mit Ausnahme Spaniens nicht anzunehmen
ist. Danach wäre Spanien der Punkt, von welchem aus die Kenntnis
des Alauns sich hauptsächlich im Abendlande verbreitete, und zwar
einmal die chemische Kenntnis des Alauns unter den Gebildeten der
Bevölkerung, und die Kenntnis seiner Bedeutung für das Handwerk in
dessen gewerbetreibenden Schichten; das würde es dann auch -erklärlich
machen, warum so frühzeitig neben den Italienern die Provenzalen sich
am Alannexport beteiligten, warum ungefähr um diese Zeit eine castilianische
Provenienz neben einer solchen von Algier und Marokko, sei
dies als faktischer Sitz von Alaunsiedereien, welche dort von den Arabern
errichtet worden waren, oder sei dies nur als merkantiler Begriff, d. h.
als Handelsplätze, über welche orientalischer Alaun in größeren Mengen
nach dem Abendlande gehandelt wurde, genannt, und warum schon frühzeitig
Alaun als ein Importartikel auch Englands erwähnt wird *). Diese
beiden Momente, der hohe Preis des Alauns und eine gestiegene Nachfrage
nach dem kostbaren Produkt müssen wir uns vor Augen halten,
um die weltgeschichtlichen Ereignisse des 13. und 14. Jahrhunderts,
i) Heyd 1879, Bd. II, S. 97, -) Heyd 1879, Bd. I, S. 401—402, 526.
3 ) Heyd 1879, Bd. I, S. 430, 529. *) Schaube 1906, S. 412.