Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Die Konkurrenz in den verschiedenen Gesellschaften hat im 
allgemeinen günstig auf Fracht und Schiffahrt gewirkt, aber natur- 
gemäfs auch durch die Trennung der Transporte und die Fracht 
unsicherheit schädigend eingewirkt. Es sind mehrfach Beihe- und 
Tarifvereinbarungen angebahnt worden und schliefslich ist in den 
fünfziger Jahren eine nähere Vereinbarung mit der Westfälischen • 
und der Vlothoer Gesellschaft zu Stande gekommen, aber bald 
wieder von Minden gekündigt worden 1 ), bis dann mit dem Eingreifen 
des Lloyd, des modernen Kapitalismus, die Organisation allmählich 
umgestaltet wurde. Die treibende Kraft in Minden war der frühere 
Bremer Direktionsreiheschiffer Georg Rolff. 2 ) 
Die Dampfschiffsunternehmungen, die auf der Oberweser nach 
und nebeneinander bestanden haben bezw. noch bestehen, sind 
folgende; 
Zuerst versuchte der Bremer Kaufmann Friedrich Schröder, 
der am 18. Juni 1816 vom Bremer Senat und dann auch von 
Oldenburg und Hannover ein ausschliefsliches Privilegium zum Betrieb 
’) Seit 1839 bestand ein Tarifvertrag mit der Westfälischen Gesellschaft 
wonach ohne sonstige Vereinigung gleiche Frachten eingehalten wurden. Die 
westfälischen Schiffer arbeiteten mit Reisen im Lande, um sich Kundschaft zu 
verschaffen, und erreichten eine gefährliche Position. 1860 kam ein Vertrag 
zwischen der Mindener, Vlothoer und Bremer Direktion und den die Reihefolge 
bildenden Schiffern auf eine gemeinsame Reihefolgeschiffahrt zu Stande, die 
auch einige Jahre bestand, dann aber gekündigt wurde, wobei Differenzen 
wegen der Dampfschiffahrt, für die man eben damals in Minden eine neue 
Gesellschaft gründete, eine Rolle spielten. 
2 ) Oberländisches Weserschiffahrts-Regulativ von 1815, Nachträge, das 
Revidierte Regulativ von 1822, die Druckschriften bei den Differenzen 1880, die 
Weserschiffahrtsakte etc. (Bürger-ConventsWerhandl. u. i. f.) liegen auch in der 
Sammlung des Bremer Stadtbibliothek Oberweserschiffahrt. Vgl. auch Victor 
Böhmerts Bremer Handelsarchiv 1864—65. Vollständiger und mit kleineren 
Druckstücken, namentlich auch den immer wieder erneuerten Reihe- und 
Reihefolgeverträgen in den Akten des Staatsarchivs und der Handelskammer. 
Der Senat hat 1816 auf einer obrigkeitlichen Inspektion bestanden (Staatsarchiv). 
Die hannoversche Regierung fafste später die Stellung des Mitdirektors Niemeyer 
als eine offizielle auf, und verlangte daher 1847, nachdem Niemeyer seinerzeit 
während der Differenzen der dreifsiger Jahre abgetreten war, die Beistellung 
eines neuen Vertreters der hannoverschen Interessen, wozu der hannoversche 
Konsul Brauer in Bremen dann ausersehen wurde. Vgl. w. die Akten zur 
Dampfschiffahrt. (Staatsarchiv; Handelskammerarchiv). (Berichte der Ober 
ländischen Weserschiffahrtsdirektion, Abrechnungen und Verkehrsnotizen) im 
Archiv der Handelskammer. Einige Druckschriften und Literatur, die sonst 
noch Nachrichten bringen, habe ich bereits a. a. 0. genannt. Vgl. a. W. L o t z e, 
Gesch. d. Stadt Münden, 1878, S. 240 (Vaterländisches Weserschiffahrts-Regulativ 
vom 26. Aug. 1815).
	        
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