Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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der Dampfschiffahrt auf der Weser auf 15 Jahre erhalten und auf 
der ünterweser zwischen Bremen und Brake das Dampfschiff Weser 
in Fahrt gesetzt hatte, eine Dampfschiffahrt auch auf der Oberweser 
mit dem eigens erbauten Boot Herzog von Cambridge 1819 einzu 
richten, das mit unendlicher Mühe und Festsitzen und Überziehen 
auch in zwölf Tagen bis Hannoversch-Münden und nur bei hohem 
Wasser mit knapper Not in vier Tagen wieder herunter kam, aber 
nach dieser Fahrt in die Unterweserschiffahrt eingestellt wurde. 
Der Dampfer Weser ist bereits am 10. Mai 1817 einmal nach 
Verden aufwärts gegangen. 1 ) 
Zu zweit versuchte es die Oberweser-Dampfschiffahrts-Aktien- 
Gesellschaft, die von Minden und Bremen aus gegründet war 2 ), mit 
dem Dampfschiff Friedrich Wilhelm III. Es machte eine Probefahrt 
mit angehängtem Bockschiff bis Nienburg und von da bis Minden 
allein; da aber 8 bis 10 Monate im Jahre das Dampfschiff nicht 
fahren konnte, und die Schleppkraft auch nicht sehr grofs war, löste 
sich die Gesellschaft wieder auf. 3 ) Das Fahrwasser war noch zu 
schlecht, daran mufsten beide Unternehmungen scheitern. 
Erfolg hatte erst die Gesellschaft für eine Dampfschleppschiff 
fahrt auf der Oberweser, die auf Duckwitz Betreiben, der bereits 
seit 1833 agitierte, auf der Basis gegründet wurde, dafs das Boot 
allen Schiffen und Gütern, die regelmäfsig einen Frachtaufschlag 
entrichteten, in der Hochwassersaison zur Verfügung stehen sollte, 
anderen nicht. Für das Schleppen wurde noch extra bezahlt. 
Das Unternehmen kam, wie die Reiheschiffahrten von 1815, 
im Anschlufs an die Korporationsbildung der Kaufmannschaft zustande. 
Mehr als 4 Prozent sollten die Aktionäre nicht erhalten. 4 ) Das in 
Dienst gestellte erste erfolgreiche Schiff war der Roland, der 1839 
0 G. C. Kindt, Die erste Dampfschiffahrt auf der Weser und ihr 
Begründer Friedrich Schröder, — Abhandlungen, hrsg. vom naturw. Vereine zu 
Bremen, I. Bd, 3. Heft, Bremen 1868. Interessant sind die mitgeteilten Briefe 
(an Smidt, der eventuell anregend gewirkt zu haben scheint, in Frankfurt), 
das Gesuch Schröders etc. — Abhandlungen über die Dampfschiffahrt erschienen 
damals (1817) auch im Btirgerfreund (I. Jahrg. No 94, II. Jahrg. No. 61 
u. 66); vgl. f. Fr. v. Reden, Das Königreich Hannover, II. Abt, 1839, S. 161; 
Bilder mit handschriftlichen Vermerken in der Stadtbibliothek; Engel, 
Weserbuch, Hameln 1845, S. 7 ff.; Hampke, S. 17, 
2 ) Ludwig v. Vincke beteiligte sich mit Zeichnung von 1000 Taler Aktien. 
3 ) Statuten der Gesellschaft, 1835. (Sammlung der Stadtbibliothek); 
v. Reden, Das Königreich Hannover, II. Abt., 1839, S. 162; (v. Hormayr), 
Fragmente, II, 1841, S. 32; Jb. d. Hdlsk. v. Minden f. 1869, S. 39; v. Treitschke, 
D. Gesch., V. T., 1899, S. 486, 
4 ) Gesetze der Gesellschaft zur Betreibung einer Dampfschiffahrt auf der 
Oberweser, Bremen, 1839. (Sammlung der Stadtbibliothek).
	        
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