Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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seine  Fahrten  begann,  bis  zum  Umbau  der  Hoyaer  Brücke,  die  einer
Überschwemmung  zum  Opfer  fiel,  und  der  Entfernung  der  Liebenauer
Steine,  um  die  eine  Groteske  gespielt  wurde 1 ),  nur  bis  Hoya,  dann
auch  bis  Minden. 2 )  Der  Name  Roland  ist  deshalb  heute  noch  auf
der  Oberweser  traditionell.  In  Opposition  gegen  die  Dampfschiffskasse ­
  traten  die  Westfälische  Schiffer-Gesellschaft  und  die  z.  T.
darum  gegründete  neue  Ravensberger  Gesellschaft,  über  Hoya  hinaus
wurden  die  Leinpfade  selten  überschwemmt. 3 )  Die  Westfälische
Schiffergesellschaft  sah  sich  aber  auch  bald  gezwungen,  sich  wieder
Schlepphülfe  zu  verschaffen.  Der  Mindener  Schiffer  Georg  Rolff,
der  1831  die  Opposition  gegen  die  Reiheschiffahrts-Deputation
geführt  hatte  und  seitdem  bei  der  Gründung  und  in  der  Direktion
der  Westfälischen  Schiffergesellschaft  beteiligt  war,  auch  den
Friedrich  Wilhelm  III.  in  Entreprise  gegeben  hatte,  den  die  Gesellschaft ­
  von  ihm  übernahm,  und  die  Liebenauer  Steine  eskamotierte,
kaufte  das  verunglückte  Dampfschiff  Einigkeit,  liefs  es  reparieren
und  stellte  es  als  Der  kleine  Roland  1852  in  den  Schleppdienst. 4 )

’)  (v.  Horraayr),  Fragmente  II,  1841,  S.  9,  39;  Duokwitz  Denkwürdigkeiten ­
  S.  11—12;  (v.  Hormayr),  Fragmente  II,  S.  33,  36;  H.  v.  Treitschke,
D.  Geschichte,  V.  Teil,  1899,  S.  486.
2 )  Hühn,  Die  Weser,  Zeitschrift  des  Vereins  für  deutsche  Statistik,
II.  Jahrg.,  1848,  S.  390.
Heinrich  Meidinger,  Die  deutschen  Ströme,  IV.  Abt.,  154,  S.  36.
8 )  siehe  wie  unter  2,
ä )  Vgl.  Duckwitz,  Denkwürdigkeiten,  S.  11—12;  (v.Hormayr),  Fragmente,
II,  S.  9  und  39;  Darstellung  der  Ursachen  und  Verhältnisse,  welche  seit  Anno  1824
störend  in  die  Ordnung  der  Oberländischen  Weser-Reihe-Schiffahrt  eingegriffen
haben,  Bremen  1831.  (Sammlung  der  Stadtbibliothek);  Jahresbericht  der
Gesellschaft  der  Vereinten  Weser-Dampfschiffahrt  1853,  S.  49,  siehe  auch  den
Bericht  von  1852;  Friedr.  Hühn,  Die  Weser,  Zeitschrift  des  Vereins  für
deutsche  Statistik,  II.  Jahrgang,  1848,  S.  392.  Der  Roland  der  Bremer
Gesellschaft  soll  vielfach  gerade,  wenn  er  zum  Schleppen  für  die  Oberweser
gebraucht  werden  sollte,  in  Reparatur  gewesen  sein,  da  er  ja  auch  auf  der
Unterweser  in  den  Zwischenzeiten  verwendet  wurde.  So  sagt  wenigstens  eine
Denkschrift,  betreffend  die  Weser-Dampf-Schleppschiffahrt  und  die  Reihe-Schiffahrt
  auf  der  Oberweser,  Minden  1866.  Vgl.  Thilo  Hampke,  Die
Kanalisierung  der  Fulda,  1895,  S.  18.  1847  wird  von  einem  neu  angeschafften
Schiff  berichtet,  S.  Hühn,  Die  Weser,  Ztsohr,  d.  Ver.  f.  d.  Statistik,
II.  Jahrg.,  1848,  S.  390.  Die  Weser-Zeitung  No,  3739  (Abdruck  aus  dem
Bremer  Handelsblatt  No.  218)  berichtet,  dafs  die  Mindener  Dampfschleppschiffahrtsgesellschaft, ­
  die  die  Fortsetzung  der  Rolffschen  Bestrebungen  bildet,
ursprünglich  mit  der  Bestimmung  gegründet  sei,  dafs  nur  Schiffer  Aktionäre
sein  sollten.
            
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