Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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bestand.  Die  hannoverschen  Kaufleute  schlossen  in  der  Allerfahrt
mit  den  Schiffern  des  Regulativs  in  den  zwanziger  Jahren  Separatkontrakte, ­
  wonach  eine  Talreihefahrt  nach  den  Bestimmungen  des
Regulativs  mit  vertragsmäfsigen  Abänderungen  eingerichtet  wurde.
In  der  Zeit  der  Mindener  Differenzen  nahmen  1839  die  Direktionsschiffer ­
  Agenten  zur  Besorgung  von  Talfracht  in  Minden  und  Ylotho,
ebenfalls  nach  Reihe,  an,  die  von  der  Direktion  bestätigt
wurden,  usw.  Die  damals  gebildete  Reihe  wurde  1847  wieder  aufgehoben. ­
  Zu  berücksichtigen  ist,  dafs  die  Schiffer  die  Talfracht  nicht
immer  am  Ziel  der  Bergfracht  finden.  Die  Talfahrt  ist  weniger
geschlossen  als  die  Bergfahrt,  cjie  wesentlich  in  Bremen  beginnt.  *)
Die  Ordnung  war  in  engerem  Konnex  mit  den  Mündener  und
Karlshafener  Kaufleuten  erfolgt,  die  Mindener  und  Vlothoer  hatten
sich  zurückgehalten,  so  dafs  die  Regelung  hier  eine  einseitige  war,
wie  auch  hier  nachher  die  Konkurrenzorganisationen  sich  bildeten.
Auch  die  Karlshafener  und  Mündener  traten  durch  ihre  Organisationen,
Handelsdeputationen,  vielfach  in  Opposition  gegen  Bremen,  das  sich
die  Leitung  allein  anmafse,  während  man  sich  in  Bremen  nicht  eine
Kontrolle  seiner  Schiffahrtsmafsnahmen  gefallen  lassen  wollte.  Mit  dem
Aufkommen  der  Konkurrenzorganisationen  und  in  den  Streitfällen
ging  das  Gut,  das  für  bremische  Rechnung  lief,  mit  der  Bremer  Reiheschiffahrt, ­
  das  für  fremde  Rechnung  mit  der  betreffenden  Konkurrenz.
Die  Weserschiffahrtsakte  liefs  der  1815  begründeten  Organisation
Raum  und  sanktionierte  sie  dadurch.  Die  Verträge  zwischen  zwei
korrespondierenden  Kaufmannschaften,  die  eine  Reiheschiffahrt  ins
Leben  rufen  wollten,  wurden  nach  der  Weserschiffahrtsakte  jedesmal
auf  fünf  Jahre  mit  den  Schiffern  unter  Zugrundelegung  des  1822  neu
redigierten  re  vidierten  W  eserschiffahrtsregulativs  von  1815  abgeschlossen.
Bei  Streitigkeiten,  und  bei  der  nur  einseitigen  Fahrt  nach
Minden  trat  eine  als  etwas  freier  konstruierte  Form,  für  die  sich
der  Name  Reihefolgefahrt  nachdem  eingebürgert  hat,  an  die
Stelle,  es  wurde  darin  nur  für  eine  Saison  geregelt,  und  gesagt,
dafs  zwar  jeder  Schiffer  beitreten  könne,  dafs  man  aber  zunächst
mit  Schiffern  genügend  versehen  sei.
Als  in  den  dreifsiger  Jahren  diegrofsen  Streitigkeiten  ausbrachen 2 ),
bekam  jeder  Schiffer,  der  sich  meldete,  nach  der  Reihe  Fracht.
‘)  1847  haben  die  Karlshaiener  Bergtransporte  die  Mündener  noch  um  etwas
übertroffen,  aber  Mündener  Schiffer  finden  kornplete  Talfracht  in  Münden,  die  Karlahafener
  müssen  sie  zumeist  auf  anderen  Plätzen  suchen.  Arch.  Coli.  Sen.  Br.  Hdlsk.
2 )  Dabei  spielt  neben  Frachtlohnerhöhung  etc.,  Assekuranz,  auch  die
Rabattgewährung  an  Zuckerfabrikanten  durch  die  Schiffer  eine  Rolle.
            
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