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„The average fertility of St. Domingo is above three times
greater than that of Jamaica. Accordingly the French plan
ters have always been able to bring their sugars to market
at a much lower prize than the British“ (Brougham I, S. 520 if.).
„Jamaika konnte im ganzen nicht als sehr fruchtbar bezeichnet
werden“ (Renny, S. 84). Nach D. M. Kinnen (S. 26) soll
Barbadoes im 18. Jahrhundert seinen Boden so erschöpft
haben, dais sich der Zuckerbau dort nicht mehr lohnte. Über
Dominica z. B. urteilt derselbe Schriftsteller (S. 50): „The
general surface of the country is ... unfavourable to the
cultivation of sugar.“ „Fleifs und Geschicklichkeit,“ sagt
Dr. Mitchell (Report von 1807, S. 10) „sind machtlos, die
natürlichen Unterschiede in der Fruchtbarkeit auszugleichen.“
In Französisch- und Spanisch - Domingo konnte auf ein und
demselben Boden, ohne umgepflanzt zu werden, 10—15 mal
hintereinander Zuckerrohr geerntet werden! (Rep. 1789, V,
Zeugnis von Barbadoes.) Für die fruchtbarsten und kulti
viertesten Teile Jamaikas schätzte man auf 1 Neger einen
Durchschnittsertrag von nur 8 U hgd. Muskovadozucker, für
Domingo dagegen 1 hgd. 4- 3 U quarters (à 15 Cwt.). Der
Agent Fuller gibt, wohl mit starker Übertreibung, an, dafs
auf Domingo 1 acre durchschnittlich dieselbe Ernte gäbe wie
5Ü4 acres auf Jamaika. Als auf weitere Belege sei auf die
Zeugnisse sämtlicher im Report von 1789 (V. Teil) zu Worte
gekommenen Agenten der britischen Inseln verwiesen, von
denen z. B. dasjenige von Mr. Brathwaite aus Barbadoes
lautete: „. . . such indeed seems to be the natural privilege
of superiority attached to the French colonists, who, more
from fortune than sagacity and merit of any kind, have
established themselves upon a very grateful soil. And had
that of Jamaica been equal productive, we may venture to
affirm that ... we should have continued to retain in the
European market that ascendancy which we now fear is
irrecoverably lost to Britain.“ Ramsay (S. 22) schliefst sich
den obigen Urteilen an. —
Solange Nordamerika unselbständig war, konnte England
durch Erschwerung des Verkehrs, den die Nordamerikaner
mit Französisch- und Spanisch-Westindien pflogen, die Ent
wicklung des letzteren trotz seiner gröfseren Fruchtbarkeit
verlangsamen. Das geschah denn auch in ausgiebigem Mafse.
Zucker, Melasse und Rum, die von dorther nach Nordamerika
importiert wurden, belegte England mit Differentialzöllen von
5 sh. per 100 Pfund, obwohl über 2 /s des in Nordamerika
verbrauchten Zuckers von fremden Inseln stammten (Sheffield,
S. 107)! Auch durch das Verbot der Ausfuhr von nord
amerikanischem Holz in die nichtbritischen Kolonien bemühte
sich Großbritannien, die ausländische Plantagen Wirtschaft zu
unterdrücken und seinen eigenen Pflanzern die Konkurrenz