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Schichtsystems und Produktivität besteht, so muß die re-
lative Veränderung der Erzeugungsmenge, d.h. das Ver-
hältnis von Belegschaftshöhe und Erzeugungsmenge er-
mittelt werden.
$ 13. Die absolute Höhe der Erzeugungsmenge und
der Wechsel des Schichtsystems.,
Der Hochofen muß wegen der chemisch-metallurgischen
Umwandlungsprozesse im Ofeninnern dauernd unter Feuer
gehalten werden. Ein Wechsel des Schichtsystems kann
daher an sich für die Ausbringung des einzelnen Hochofens
keine absolute Veränderung der Erzeugungsmenge nach
sich ziehen, denn der Hochofen bleibt Tag und Nacht un-
unterbrochen in Gang, ganz gleich, ob die Schichten in
acht- oder in zwölfstündiger Arbeitszeit wechseln. In der
Denkschrift der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber-
verbände über „Die Arbeitszeit in Deutschland“ ist jedoch
der Produktionsrückgang der Eisen- und Stahlerzeugung
überhaupt mit der Einführung der Achtstundenschicht für
die Zeit von 1919 bis 1923 in enge Beziehung gestellt,
wenn auch zugegeben wird, daß „hierbei die Gebietsver-
luste auf Grund des Friedensvertrages eine wesentliche
Rolle spielen“ *). Dagegen wird „die Produktionssteigerung
mit ... dem Übergang zum Zweischichtensystem als offen
erwiesen“ angenommen und durch Zahlenmaterial für den
Hochofenbetrieb eines der führenden Hüttenwerke der
Rheinisch- Westfälischen Eisen- und Stahlindustrie belegt ?).
Danach betrug die Steigerung der absoluten Höhe monat-
licher Produktion bei einem Vergleich von Dezember 1923
und Februar 1924, also unmittelbar beim Wechsel des
Schichtsystems, 27,6 %,.
Da jedoch jegliche Angaben darüber fehlen, welche
anderen Ursachen etwa bei dieser Steigerung des Sach-
7) a. a. 0.8. 101}
?) Ebenda, S. 51.