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seines Profils verdoppelt wurde, in 24 Stunden 960 t statt
vorher 480 t ausbringen könnte, so würde die Arbeitsmenge,
die auf die Einheit des Produktes entfiel, auf die Hälfte
sinken. „Man pflegt dieses Anschwellen der auf den Kopf
des Arbeiters entfallenden Produktenmenge so auszudrücken,
daß sich in gleichem Grade die „Produktivität der Arbeit“
erhöht hätte“ *), als ob die Arbeit diese Steigerung der
Produktion hervorgerufen hätte. Dann würde diese Er-
höhung des Ertriebes einseitig der Arbeit im Betriebe zu-
gerechnet werden, es würde „ein bloßer Teil dem Ganzen
gleichgesetzt werden, nämlich die Verrichtungen durch die
Hand, die innerhalb des technischen Vorganges sich
vollziehen, diesem ganzen Vorgang selber“ 2.
Ebensowenig wie man glauben darf, durch diese Kopf-
quoten etwas über die »Produktivität der Arbeit« auszu-
sagen, darf man schon in ihnen einen Maßstab für die Be-
urteilung der sog. „Produktivität des Betriebes“ sehen.
Diese wird eindeutig erst durch die „Ertriebswucht“ be-
stimmt, die den jeweiligen Grad des „spezifischen Auf-
wandes“, d. h. die Höhe der „Summe des auf die Einheit
des Produktes entfallenden Aufwandes“ ausdrückt ?). Hier
wäre z. B. bei einer Vergrößerung des Hochofenprofiles der
höhere Kraftbedarf angesichts der gewaltig vergrößerten
Ausmaße des Hochofens_in Rechnung zu stellen, ferner
etwa der Voraufwand für neue Maschinerie zwecks Be-
schleunigung der Beschickung zur Bewältigung der größeren
Rohstoffmengen und jeder sonstige Aufwand. Die Summe
dieser Aufwände auf die Einheit des Produktes berechnet
ergibt den spezifischen Aufwand, dessen Steigen oder Fallen
einen Maßstab für die Erhöhung oder Minderung der Er-
triebswucht und damit der „Produktivität“ des Betriebes
bildet, die nach dem Verfahren der Betriebsleitung nicht
') v. Gottl-Ottlilienfeld, Wirtschaft und Technik, S. 104.
%) v. Gottl-Ottlilienfeld, ebenda, S. 22.
Schriften der Gesellschaft für Soziale Reform. Heft 79.