176 VII. Die Religion und vie Soc -Demokratie.
„Wir Socialisten können nun voll Freude über das
„Fortschreiten der menschlichen Aufklärung auf den morgen -
„den Tag, auf den 11. April Hinblicken. Verknüpft er doch
„sinnreich den Todestag des großen Nazareners, wel-
„cher, der Erste, der Menschenliebe eine Gasse brach und da-
„für den Tod litt, mit dem Geburtstage des großen
„deutschen Deukers und Kämpfers, Ferdinand La sfalle,
„welcher mit dem Rüstzeug der Wissenschaft und dem kühn-
„sten Schwung der Begeisterung die falschen Propheten des
„Egoismus aus dem Tempel der deutschen Wissenschaft
„hinausgeißelte und die Auferstehung des Socialismus in
„Deutschland bewirkte."
Der Artikel schließt sodann mit den Worten:
„Jesus von Nazareth ist todt; schlaue Pfaffen ver
standen es, aus seiner Lehre die Gleichheit, die Brüder-
„lichkeit, die Gütergemeinschaft fortzulügen. Was hilft
„es ihnen! Dem Tode der Lehre folgt ihre Anfer
nst ch N n g.
„Und so rufen wir Socialisten als echte Christen
„am 11. April, daß es allen Betrügern und Ausbeutern
„in die Ohren schallt:
„Jesus von Nazareth ist todt! Es lebe Fer-
„dinand Lassalle!"
Wegen der Gleichstellung Christi mit den auf Satorp
erschossenen Kommunards wurde der „N. Social-Demokrat"
auf Gotteslästerung angeklagt, aber in erster und zweiter
Instanz freigesprochen. Der über die Freisprechung trium-
phirende Leitartikel (1873, 131) erhebt sodann die Drohung:
„Aber die Stunde schlägt bald, wo unter dem Feldge-
„schrei: „Jesus und Lafsalle!" Eure Schanzen gestürmt,
„und Ihr vor der siegenden Macht der Idee, der Wahrheit
„zertreten im Staube Euch wälzt."