Object : Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

Die störende Wirkung der Reparationen für die Empfangsländer, 87
Jie neuen Aktien übernehmen, so verschwände die zusätzliche Kaufkraft und
aktive Anlage wäre mit passivem Kapitalrecht gekoppelt. Wie früher ausführlich
dargelegt, haben die Nicht-Steuerzahler zunächst andere Kaufwünsche für ihre
durch Nicht-Steuerzahlung vergrößerten Wirtschaftsüberschüsse bzw, flüssigen
Mittel, sie versuchen also das, was die Regierung bereits gekauft hat, nochmals
zu kaufen. Es ist ein klassisches Beispiel für die bekannte Erscheinung der Hochkonjunktur,
 daß privatwirtschaftlich echte Kapitalien -— hier die emittierten Aktien
oder die Überschüsse der Nichtsteuerzahler — volkswirtschaftlich unecht sind und
als zusätzliche Kaufkraft wirken.
Worauf es uns nun hier besonders ankommt, ist der Umstand, daß der Weg
von den ersparten Steuerbeträgen zu den damit zu koppelnden, bereits in Frankreich
befindlichen Sachwerten. räumlich kürzer ist, weil beide Teile der Koppelung sich
bereits in Frankreich befinden, als im Falle der Reparations bar zahlung, in welchem
z.B. englische Steuerersparnisse mit deutschen. industriellen Anlagen gekoppelt
werden müssen, damit die zusätzliche Kaufkraft verschwindet. Zwar ist der Weg
bei den Sachlieferungen räumlich kürzer, aber tatsächlich und wirtschaftlich
länger, denn der wichtige Antrieb, um in dem englischen Beispiel die Kaufkraft in
Kapitalanlage umzuwandeln, nämlich der höhere Zins in Deutschland, der höher ist
als englische inländische Anlage und das Geld von dort abzieht und nach
Deutschland zwingt, dieses Mittel fällt in dem französischen Falle der Sachlieferungen
 weg, weil hier französische Anlage in Frage kommt: Erst wenn die
neuen Anlagen aus Sachlieferungen sich besser rentieren als alles, was die Kaufkraftinhaber
 sonst mit ihrem Gelde versuchen könnten, erst dann werden die
Güter aus den Sachlieferungen und die Kapitalrechte zusammenkommen, vorher
ist das Wasser zu tief. Und an diesem Punkte zeigt sich die Rache für weltwirtschaftliche
 Fehldisposition von Sachlieferungen, für Kreierung
 von privatwirtschaftlich nicht rentablen, überflüssigen oder verfrühten Anlagen
 mittels Sachlieferungen und für den Chauvinismus des neuen französischen
Sachlieferungsgesetzes: Je sinnloser die Sachlieferungen wirtschaftlich sind, um
so schlechter rentieren sie, um so länger zögern französische Kapitalisten mit der
Übernahme der aus Sachlieferungen entstandenen Anlageobjekte in ihr Risiko,
Um so länger wirken die Beträge der Sachlieferungen als zusätzliche Kaufkraft, um
30 mehr steigen die Preise, erfolgen Expropriationen aus Vermögen und Lohnkaufkraft
 durch Umschichtung, um so größer sind die Störungen aus der Dispersion
der Preise,
Hat früher die Zeit für die Alliierten gearbeitet, so wirkt sie jetzt gegen sie
und rächt die Störung, welche Wohlfahrt und Wirtschaft der Welt durch das Diktat
von Versailles erleidet!
            
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