Full text : Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

2.Gutachten
des Sachverständigen Direktor Karl Lange
über die deutsche Schrottversorgung.
Eingereicht: ‚April 1927,

Als Ergänzung zu dem Gutachten der Herren Dr. Buchmann,
Geh. Rat Prof; Mathesius, Dr. Petersen und Dr. Reichert
für den Ausschuß zur Untersuchung der Erzeugungs- und Absatzbedingungen
 der deutschen Wirtschaft über die gegenwärtige Lage der deutschen.
 Eisen- und Stahlindustrie hatte der Unterzeichnete ein Gutachten
zur Frage der Schrottversorgung eingereicht, in dem insbesondere die
Tatsache der steigenden Entwicklungstendenz des Schrottentfalls hervorgehoben
 wurde, Dem Gutachten war eine überschlägige Berechnung,
der deutschen Eiseninvestition der Vorkriegsjahre beigefügt. .
_ In Erwiderung des Gutachtens des Unterzeichneten erstatteten alsdann
 die oben genannten Herren ein zweites Gutachten (im folgenden
Gutachten 2 der Eisenindustrie genannt). In diesem 2, Gutachten
wurde versucht, die in dem Gutachten des Unterzeichneten geäußerten
Ansichten über‘ die Aussichten der deutschen Schrottversorgung ZU
widerlegen.
‚Die "Einwendungen gegen das Gutachten waren zunächst statistischer.
 Art.

j. Es sei die Erzeugung an Schweißeisen (Rohprodukte) nicht
berücksichtigt, und dadurch erschiene die Eiseninvestition der Vergangenheit.
 zu niedrig, die Steigerung im Laufe der Jahre zu groß.
Dieser Einwand ist richtig.. In der auf Fertigerzeugnisse abgestellten
Tabelle, die dem Gutachten 2 der Eisenindustrie beigefügt ist und eine
exaktere Schätzung. der Investitionen geben soll, sind aber ebenfalls die
Erzeugnisse der Schweißeisenwerke, und zwar der Fertigerzeugnisse
aus Schweißeisen, nicht mit berücksichtigt. Soweit also deren Auslassung
 in dem Gutachten des Unterzeichneten eine Ungenauigkeit darstellt,
 ist sie in dem-Gutachten 2.der Eisenindustrie ebenfalls enthalten.
9. Ein zweiter Einwand war, daß’ es notwendig sei, die Investitionen
 auf Grundlage der. Fertigerzeugnisse der eisenschaffenden. Industrie
 zu berechnen. Auch hier soll zugegeben werden, daß eine Berechnung
 nach dieser Methode genauere Ergebnisse erzielt.
Der Unterzeichnete ist sich, in Übereinstimmung mit der in Gutachten
 2 geäußerten Ansicht, vollkommen darüber im klaren, daß weder
mit den früheren noch mit dem hier vorliegenden Gutachten mit
absoluter Genauigkeit angegeben werden kann
}L: wieviel tatsächlich investiert wurde, ;
2. was davon später als Altschrott noch brauchbar ist,
3. wieviel Zeit vergeht, bis die Eiseninvestition der- Vergangenheit
 alg Sehrott wiederkehrt.

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