EINNAHMEQUELLEN UND FINANZGEBAREN 495
UMLAGESYSTEM
Ist einmal die Zusammensetzung der Versicherten nach Alter
oder Altersgruppen und der anzuwendende KErkrankungssatz
bekannt, so kann man leicht die Kosten der Versicherung ableiten,
wenn die bare Unterstützung vom Lohn unabhängig ist. Schwankt
sie jedoch mit dem Lohn, so muss man auch noch wissen, wie die
Versicherten nach der Lohnhöhe sich gliedern.
Umlageverfahren.
Nehmen wir die Gesamtkosten der Versicherung als feststehend
an einschliesslich der Verwaltungskosten. Wie können sie unter
die Versicherten verteilt werden? Drei Arten der Umlage zeigen
sich.
i. Man kann zuerst auf eine „„gleichmässige‘“ Umlage kommen,
d, h. den Betrag der Ausgaben einfach durch die Zahl der Ver-
sicherten teilen. Man erhält so einen festen Beitrag, der vom Lohn
unabhängig ist. Diese Lösung ist in der sozialen Versicherung,
die Arbeiter mit verschiedenen Löhnen und verschiedenen Erkran-
kungsrisiken umfasst, selten gewählt.
2. Man kann die Ausgaben im Verhältnis des Erkrankungs-
satzes verteilen. Ist die Barentschädigung unabhängig vom Lohn,
so erhält man dadurch eine Art „Risikoprämie‘“. Steht aber die
Barentschädigung in unmittelbarer Beziehung zum Lohn, so
verteilen sich die entsprechenden Ausgaben zugleich im Verhältnis
zur Erkrankungsziffer und zum Lohn. Diese Art würde für
ein Privatunternehmen passen, das mit einer Jahresumlage
arbeitet. Ist es aber für die Sozialversicherung anwendbar ?
Auf keinen Fall, wenn man zum mindesten gelten lässt, dass
die Gegenseitigkeit, wie auch immer sie in diesem Fall durchgeführt
werden soll, die Belastung der ärmsten und dem Risiko am meisten
ausgesetzten Versicherten zu erleichtern bezweckt.
3. Das nahezu allgemein angewandte Verfahren besteht darin,
die Ausgaben lediglich im Verhältnis zum Lohn zu verteilen. Unter
diesen Bedingungen gibt es wenigstens einen Versuch der Anpassung
der Belastung an die Zahlungsfähigkeit. Es folgt daraus, dass, falls
man die Risikoprämie als gerechten Versicherungspreis betrachtet,
die in besserer Lage sich befindlichen und dem Risiko weniger
ausgesetzten Versicherten den anderen „Hilfe“ leisten. In welchem
Mass? Wir wollen versuchen, uns darüber Rechenschaft abzulegen
mit der Untersuchung eines Umlagebeispiels, das wir weiter unten
bringen.