EINNAHMEQUELLEN UND FINANZGEBAREN 511
Die Prämienreserven.
Da die Prämie für den Versicherten von Jahr zu Jahr gleich
ist, während das Risiko von Jahr zu Jahr wächst !, zahlt der
Versicherte zuerst einen höheren Beitrag als den jährlichen
Wert des Risikos und später einen geringeren Beitrag. Die zins-
tragend angelegten Überschüsse der aus den ersten Jahren
stammenden. Prämien werden dann nach und nach verbraucht,
um den Ausfall zu decken, der durch die Unzulänglichkeit der
Prämien der letzten Jahre entsteht. Sie bilden. in jedem Augen-
blick die rechnerische Reserve für jeden Versicherten. Sie ent-
spricht bekanntlich dem Unterschied zwischen dem gegenwärtigen
Wert der Verpflichtungen des Versicherers und des Versicherten.
Es muss auch so sein, denn die Reserve, vielmehr der gegen-
wärtige Wert der zu erhebenden Prämie (Verpflichtung des Ver-
sicherten) muss in jedem Augenblick den gegenwärtigen Wert der
vorgesehenen Leistungen (Verpflichtung des Versicherers) gleich-
kommen.
Bei einem individuellen Kapitaldeckungssystem entspricht also
jedem Augenblick der Laufbahn eines Versicherten eine rechnerische
Reserve, die genau bestimmt ist, wenn einmal die Bedingungen
des Tarifs feststehen, und die sich mit der gleichen Genauigkeit
wie die Prämie theoretisch berechnet. Wir wollen — immer nach
den Watsonschen Tafeln und zum Zinsfuss von 4 v.H. — als
Beispiel die Reserve in den verschiedenen Altersstufen für einen
Versicherten, der mit 16 Jahren in die Versicherung eingetreten
ist, bestimmen. (Tägliches Krankengeld von 5 Fr. während höch-
stens 6 Monaten, beständige, im voraus zu zahlende jährliche
Prämie.)
Tri
Zeit der Mitgliedschaft
in der Versicherung
Jahr-
Alter des Versicherten
0 Jahre
1}
')
7
Reserve
16,5
131,3
280,7
428,1
520,5
438,9
198.5
Nach diesen Angaben, so lückenhaft sie auch sind, wird man den
Zeitabschnitt unterscheiden, während welchem die Reserve sich
nn
* Wenigstens ungefähr vom 25. Lebensiahre an.