Kommunale Auslandsanleihen.
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erfolgt kumulativ (die jährlichen Beträge sind im Prospekt an-
gegeben). Die Krankenkasse hat das Recht, von 1931 ab zu
jedem 15. August den Tilgungsbetrag zu erhöhen.
Ende Juli 1927 wurde von Bernhard, Scholle & Co, Ltd., für
Dresden eine 5% % Anleihe von 600 000 £ aufgelegt. Die
Tilgung erfolgt durch einen kumulativen Tilgungsfonds von 2 %
mittels Ankauf bis zu pari oder durch Auslosung zu pari, der erst-
malig in dem am 1. Juli 1928 endenden Halbjahr in Tätigkeit tritt.
Die Auslosungen finden, soweit nötig, zwischen 15. und 30. Juni
zum 1. Juli statt. Verstärkte Tilgung ist zum 1. Juli 1982 und
jedem späteren Zinstermin zulässig mit sechsmonatiger Voranzeige.
Da die Einzahlungen auf die Zeichnungen etappenweise erfolgten,
sind zunächst Zwischenscheine ausgestellt, die einen am 1. Ja-
nuar 1928 fälligen Zinsschein über 2 £ 8 d je 100 £ enthalten.
Die endgültigen Stücke laufen demnach erst vom 1. Januar 1928
ab. Der Erlös der Anleihe ist für die Erweiterung der Elektri-
zitäts- und Wasserwerke und Straßenbahnen sowie für den Bau
eines zweiten Warenhauses bestimmt.
Am 12. September 1927 ließ Nürnberg durch die Equitable
Trust Co. in Neuyork eine 6 %, vom 1. August 1927 datierte An-
leihe von 5 Mill. $ zu 94 % auflegen. Vom 1. August 1928 ab
wird sie durch halbjährliche Annuitäten getilgt, sei es durch
Ankauf bis zu pari oder Auslosung. Die Annuität wird am vorher-
gehenden Zinstermin zur Verfügung gestellt, also ein halbes Jahr
vorher. Vorzeitige Kündigung ist ab 1. August 1932 mit 60 tägi-
ger Voranzeige nur im ganzen zulässig. Der Erlös dient für die
Erweiterung und Ausgestaltung der Gas-, Wasser- und Elektrizi-
tätswerke.
Die Stadt Cleve hat 1000000 A 7 % Schuldscheine aus-
gegeben, die am 1. November 1937 zu pari fällig werden; eine vor-
zeitige Kündigung ist mit dreimonatiger Voranzeige nach 5 Jahren
vorbehalten. Diese Schuldscheine sind der Hollandsche Garantie-
& Trust Compagnie in Amsterdam zur Verwaltung übergeben, die
hierfür Zertifikate in Höhe von 1000 und 2000 A ausgestellt und
durch Arnold Gilissen’s Bank ab 8. November zum Kurse von
951% % zum Verkauf angeboten hat.
In gleicher Weise wurden von derselben Bank am 24. No-
vember 1927 Zertifikate über 2,5 Mill. 4 7 % Schuldverschrei-
bungen der Stadt Münster mit derselben Laufzeit, aber nur zu
94% % aufgelegt; der Erlös dient zur Tilgung kurzfristiger Kre-
dite. Die Anleihe ist ein Abschnitt einer Gesamtanleihe von
7,7 Mill. A, von der 2,7 Mill. A hereits fest. untergebracht sind.
offenbar in Deutschland.
Während des Krieges haben verschiedene Städte zur Be-
streitung von Kriegswohlfahrtsausgaben (Familienunterstützung
der zum Heeresdienst Eingezogenen) Darlehen in der Schweiz auf-
Pfitzner, Deutschlands Auslandsanleihen.