Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Dreiundzwanzigstes Kapitel. 
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Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches 
Bevölkerungsgesetz, wie in der Tat jede besondere historische Pro- 
Juktionsweise ihre besonderen, historisch gültigen Bevölkerungs- 
Zesetze hat. Ein abstraktes Bevölkerungsgesetz existiert nur für 
Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift. 
Wenn aber eine Uebervölkerung von Arbeitern notwendiges 
Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf 
kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Uebervölkerung um- 
Zekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer 
liesen. beiden Kapitalsarten zu allen Zeiten und unter allen Umständen das 
@leiche ist, dann würde in der Tat daraus folgen, daß die Zahl der beschäftig- 
en Arbeiter im Verhältnis stände zum Reichtum des Staates. Aber eine 
lche Annahme erscheint nicht sehr wahrscheinlich. Je mehr die Kunst- 
lertigkeiten ausgebildet und die Zivilisation ausgedehnt werden, um so mehr 
iberwiegt das fixe Kapital über das zirkulierende. Der Betrag von fixem 
Kapital, das in der Produktion eines Stückes von britischem Musselin ver- 
Wendet wird, ist mindestens hundert-, wahrscheinlich tausendmal größer als 
das fixe Kapital, das zur Erzeugung eines ähnlichen Stückes indischen Musse- 
üns angewendet wird. Und im Verhältnis ist das zirkulierende Kapital hun- 
dert- oder tausendmal kleiner. . .. Würde der Gesamtbetrag der jährlichen 
Ürsparnisse dem fixen Kapital zugefügt, so würden sie auf die Nachfrage 
lach Arbeit keinen Einfluß ausüben.“ (John Barton: „Observations on the 
üreumstances which influence the Condition of the Labouring Classes of 
Society. London 1817“, p. 16, 17.) Ricardo stimmt diesen Ausführungen 
Sartons im allgemeinen zu, bemerkt aber doch bei ihrer Zitierung: „Es ist 
licht leicht, sich vorzustellen, daß Verhältnisse eintreten könnten, unter 
denen eine Zunahme von Kapital nicht auch von einer vermehrten Nachfrage 
lach Arbeit begleitet ist. Höchstens kann man sagen, daß diese Nachfrage 
"elatip abnehmen wird.“ (Ricardo: „Principles of Political Economy. 3rd ed. 
london 1821“, Kapitel 31, über Maschinenwesen, S. 480, Note.) [Vgl. 
»Grundgesetze der Volkswirtschaft und Besteuerung“, übersetzt von Dr. 
Ed, Baumstark, 2, Auflage. Leipzig 1877, S. 366, Note.] An anderer Stelle, 
am Anfang des 31. Kapitels, schreibt er jedoch: „Der Fonds, aus dem 
VTundbesitzer und Kapitalisten ihr Einkommen beziehen, kann wachsen, 
nd gleichzeitig der andere, von dem die arbeitende Klasse hauptsächlich 
Sbhängt, abnehmen. Ist das richtig, dann folgt daraus, daß dieselbe Ur- 
Sache, die das Reineinkommen des Landes vermehrt, gleichzeitig die Be- 
"Ölkerung zu zahlreich machen und die Lage der Arbeiter verschlechtern 
kann,“ (Ebenda, S. 469.) [Uebersetzung von Baumstark, S. 358.] „Der Betrag 
des Kapitals, das zur Erhaltung von Arbeit bestimmt ist, kann wechseln, 
Mabhängig von irgendwelchen Schwankungen in dem Gesamtbetrage des 
Kapitals. „.. Große Schwankungen im Grade der Beschäftigung und großes 
Send können häufiger werden, während das Kapital selbst reichlicher wird.“ 
(Richard Jones: „An Introductory Lecture on Political Economy. London 
Mad p. 18.) „Nachfrage (nach Arbeit) wird steigen . . . nicht im Ver- 
Ältnis der Akkumulation des Kapitals im allgemeinen. ... Jede Ver- 
Rehrung des zur Reproduktion bestimmten nationalen Kapitals wird daher 
M Laufe des gesellschaftlichen Fortschrittes immer weniger Einfluß auf die 
vage des Arbeiters haben.“ (GG. Ramsay: „An Essay on the Distribution of 
Salth. Edinburgh 1836“, p. 90, 91.)
	        
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