thumbs: Bevölkerungslehre

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Zweiter systematisch-theoretischer Teil 
des Grund- und Kapitaleigentums es daran festhält und selbst mit 
der Geißel der Not darauf vorwärts treibt.“ 
Nicht weniger Beachtung verdienen jedoch auch die rein wirt- 
schaftlichen Bedenken. Wohl ist es sicher zutreffend, daß eine 
planwirtschaftlich aufgebaute Güterproduktion, wie sie den Sozia- 
listen vorschwebt, die Tendenz hat, im Vergleich zu den gegen- 
wärtigen Verhältnissen die Gütererzeugung zu steigern und viel- 
leicht auch billiger zu gestalten. Schon allein die Tatsache einer 
größeren Planmäßigkeit in Produktion und Handel, auch einer 
stärkeren Betriebskonzentration, kann Wirkungen nach dieser 
Richtung hin ausüben. Denn so hoch man auch die Leistungs- 
fähigkeit der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung und die Bedeutung 
der Konkurrenz dafür einschätzen kann, so ist doch kein Zweifel, 
daß in der Gegenwart sehr viel wirtschaftlicher Leerlauf stattfindet. 
Hier sind unstreitig Tendenzen vorhanden, um die Rationalisierung 
der Wirtschaft noch weit vollkommener durchzuführen als es heute 
bereits der Fall ist *). 
Freilich stehen dann diesen günstig wirkenden Tendenzen 
schwere Aufgaben auf der anderen Seite gegenüber, von denen 
man nicht sagen kann, ob sie in einer sozialisierten Wirtschaft über- 
haupt befriedigend und erfolgreich gelöst werden können und ob 
nicht daraus Schwierigkeiten entstehen können, die imstande sind, 
jene eben dargelegten günstigen Kräfte in ihr Gegenteil zu ver- 
kehren. Es handelt sich hier um das neuerdings so viel erörterte 
Problem der Wirtschaftsrechnung in einer sozialistischen Gesellschaft. 
Für die Frage, um die es sich dabei handelt, kann man mit 
Cassel davon ausgehen, daß das Prinzip der Knappheit für eine 
sozialistische Wirtschaftsordnung genau die gleiche Bedeutung hat 
wie für die gegenwärtige, „nur, daß es in der einheitlich und 
rationell geleiteten sozialistischen Wirtschaftsordnung eigentlich sehr 
viel vollkommener eingehalten werden müßte, als dies in der be- 
stehenden Wirtschaftsordnung möglich ist“?). Auch die supplemen- 
tären Prinzipien der Preisbildung haben für eine solche Wirtschafts- 
ordnung die gleiche Bedeutung wie für die gegenwärtige. Die 
jetzige Ordnung kennt einen Markt und Marktpreise und die Ver- 
hältnisse, die sich hier auf dem Markte gestalten, sind regulierend 
für die Produktion und die Güterverteilung. Dieses regulierende 
1) The waste of capitalism. Report of the comittee of inquiry into production 
„ London o. J., 1926. 
?) Theoretische Sozialökonomie, 1918, S. 109.
	        
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