Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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VIL Abf{Onitt: Einzelne Schuldverhältniffe. 
des BierteljahrsS erlebt, fo gebührt ihn der volle auf diefen Zeitraum ent: 
jalende Betrag (88 845. Sab 2, 843 Ubi. 2 Sak 1; vgl. Bem. 2 zu S 843, 
Bem. V, 2 zu 8 844; 1. auch unten Ben. 7). 
ur die Bemeffung der Rente ift maßgebend, inwieweit dem Dritten 
durch die Tötung, Körper- oder GefunpheitSverleung oder Hreiheitsent- 
ziehung Dienfte entgehen, zu deren Leitung der Ver ebte ibm gevenüber 
fraft SefeßeS verpflichtet war. Dies gilt fowohl hinfichtlich der Dauer 
als Pr der Höhe der zuzubilligenden Rente. Die als Erfaß für 
Dienite der im S 1617 bezeichneten Urt zu entrichtende Rente i{t daher nur 
auf den Zeitraum zuzufprechen, innerhalb deffen das verleßte Rind voraus- 
jtchtlich dem elterlichen GBausftand angehört hätte und von den Eltern er- 
zogen oder unterhalten worden wäre (ebenjo Urt. d. DL®. Vofen vom 
13. Februar 1903 Kipr. d. DLG. Bd. 9 S. 49); die vom Chemanne für 
Entgang der Dienite der Chefrau beanfpruchte Rente kann nur auf die 
Dauer der Che begehrt werden (Urt d. VL®G. Stettin vom 26. Samıar 
1909 Iipr. d. DL®G. Vd. 20 S. 123, |. auch Urt. d. HeichBger. vom 
16, Juni 1910 Sur. en 1910 S. 812). Für die Srmittlung der 
Döhe der Rente gibt der Lohn, der einem an Stelle des Verlegten anzu: 
nehmenden Dienitboten unter Serülichtigung der ortsüblichen Lohnverhält- 
nifte gegablt werden muß, einen gewiffen Unhaltspunkt (vgl. auch Urt. d. 
DSG. Augsburg vom 27. Oktober 1906 Bayr. 3. f. NR. 1907 S. 24). 
AnderfeitS find aber auch die Segenleiftungen in Betracht zu ziehen, Die 
dem Dritten für den Empfang der Dienjte oblagen (WB. II, 632; vol. auch 
Bem. 3 zu 8 843 und Bem. V, 3 zu 8 844). Ueber die Beendigung 
M SE durch den Tod des erfaßberedhtigten Dritten f. unten 
Bem 7. 
26, in welcher Art und für welchen Betrag der Erfaßpflichtige dem Dritten 
Sicherheit zu leiten hat, beuimmt ich nad den Umfitänden (SS 845 
Sas 2, 843 Ubi. 2 Sag 2; vol. Bem. 4 zu & 8413, Bem. V, 4 zu 8 844). 
Sit bet einer nach & 845 erfolgten Verurteilung zur Entrichtung einer Gelds 
vente nicht auf Sicherheitsleiftung erkannt, fo kann der Berechtigte aleich- 
wohl Sicherheitsleiftung verlangen, wenn fich die Vermögensverbältnife des 
VBerpflichteten erheblich verfchlechtert haben; unter der gleichen Vorausfeßung 
‚an er eine Erhöhung der in dem Urteile beitimmten Sicherheit verlangen 
BRO. 8 324). 
Yeber die Zuläffigkeit der Mage auf Fünftige Entrihtung der erft nach 
Srlaffung des Urteils fällig werdenden Geldrenten (3RO. & 258) jowie der 
lage auf Abänderung des Urteils wegen Veränderung der Verhält: 
aifle (8RO. $ 323) f. Bem. 9 und 10 zu S 843 (RB. 11, 632). 
. 5. Sinfichtlih der Frage, inwieweit der in S 845 erwähnte Anfprudh der Ver: 
jägung des BVerlekten entzogen ift, gilt daS gleiche wie für die Untprüche au & 844 
1. Bem. VI zu $ 844, M. N, 795). 
G, Neber die Anwendbarkeit des $ 254 auf den dem Dritten gemäß S 845 zu: 
ltehenden Erfaßanfpruch f. $ 846 und Bem. hiezu. 
. 7. Der Anfpruch aus 8 845 {ft nicht vererblich, endigt vielmehr mit dem Tode 
de8 erjabberechtigten Dritten (val. Bem. V, 2 zu 8 844); er it ferner (im Gegenjabe zu 
den Anfprüchen au8 SS 813, 8414, vgl. Bem. 6, b zu S 843, Bem. V, 5, b zu 8 844) 
unbefcdhränft übertragbar und pfändbar (ebenfo Sücher-Senle Note 5, Achilles Note 3). 
8, Berhältnis des Anfyruchs aus 8 845 zu den Anjprüchen aus 8$ 842, 843, 
Durdh S 845 ijt nicht ausgefchloffen, daß die verlegte Chefrau felbit wegen der durch 
die unerlaubte Handlung hervorgerufenen Aufhebung oder Minderung ıhrer Erwerbs: 
Fähigkeit gemäß 88 842, 813 Erfaßaniprüche erhebt, vorauSgefebt daß tat[ädhlicdh 
ein Bermögensnachteil für jie ermachfen ijt. Soweit eine Chefran beim 
ordentlichen gejeßlichen @üterftande lediglich im Rahmen des & 1356 Dienfte geleiftet hat, 
tritt wegen Yustalls diefer Dienite ein unmittelbarer Vermögensfchaden für fie nicht ein, 
da ja der hiedurch erzielte Erwerb dem Manne zufiel (Bem. 5 3u 8 1356). Erbhält alfo 
der. Chemann eine Entihädigung auf Srund des 8 845, fo wird damit regelmäßig ein 
Erfaßanfpruch der Frau ausgeichlofjen jein, da felbftverftändlich nicht wegen des Ausfall2 
der von der Frau geleifteten Dienite doppelter Erfaß begehrt werden kann. Sm Hinblick 
darauf aber, daß dasjenige, was die rau durch ihre nicht unter S$ 1356 fallende Arbeit 
erwirbt, Yorbehaltsgut wird (Bem. 5 zu & 1356, Bem. 1 zu S 1367), it regelmäßig zu 
prüfen, ob und inwiefern der von der Frau behauptete Ermwerbsverluft {ich in dem 
unter & 845 fallenden Schaden des Mannes8 erfchöpit und auch für fünftia vorausfichtlich 
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