Full text : Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

I. DER WASSERVERKEHR .

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bei der Raumgröße der Weltmeere und der Schnelligkeit moderner
Handelsfahrzeuge undurchführbar ist. Damit bieten diese engen Durchfahrten
 im Kriegsfalle ihrem Besitzer auch die Möglichkeit, die feindliche
 Schiffahrt zu unterbinden. Daß Deutschlands Zugang zum offenen
Meere durch die Straße von Calais oder durch das zwar breitere, aber
durch schnelle Wachschiffe doch noch zu kontrollierende nördliche Tor
der Nordsee führt, war sein Verhängnis im Weltkrieg. So sind die
Meerengen im Zuge wichtiger Verkehrslinien von außerordentlicher
strategischer Bedeutung. Daher sind ihre Ufer oder etwaige
Inseln in ihnen vom jeweiligen Beherrscher in alter und neuer Zeit
mit Seefestungen und Flottenstützpunkten versehen worden.
Die meisten und wichtigsten dieser Stationen besitzen Großbritannien
und nach ihm die Union. (Vgl. auch S. 269.) Die Schleifung dieser
Festungen und die Übergabe der Meeresstraßen in neutralen oder
internationalen Besitz wären die ersten Vorbedingungen für eine wirkliche
 „Freiheit der Meere“.

Landengen und Seekanäle. Die Hauptverkehrsachse der Weltschiffahrt
 liegt, wie die Abb. 166 zeigt, in der Richtung der Breitenkreise,
die großen Landfesten dagegen erstrecken sich im wesentlichen in
der Richtung der Längenkreise. Daher bilden sie für den Seeverkehr
natürliche Schranken, die ihn häufig zu großen Umwegen zwingen.
Diese Schranken zu durchbrechen, hat der Mensch seit langem geplant
und versucht. Dabei richtete er naturgemäß sein Augenmerk auf
diejenigen Stellen der Kontinente, an denen die von ihnen gebildeten
Schranken am schmalsten und gewöhnlich auch am niedrigsten sind,
auf die Landengen. Die Projekte einer Durchstechung der Landenge
von Sues und der mittelamerikanischen Länderbrücke gehen Jahrhunderte
 weit zurück, Aber erst der neuzeitlichen Technik ist es
gelungen, das Ziel zu erreichen. Neben dem Sueskanal und dem
Panamakanal entstanden andere Seekanäle, der Nordostseekanal, der
Kanal von Korinth, der Kap-Cod-Kanal an der Ostküste der Union.
Die Bedeutung solcher Kanäle für den Weltverkehr ist sehr verschieden;
 sie beruht im wesertlichen auf der Größe und Verkehrsbedeutung
 der Meeresteile, die der betreffende Kanal verbindet, und
auf der Größe der Zeitersparnis, die seine Benutzung gewährt. In
beiden Beziehungen stehen der Sues- und der Panamakanal, die
die großen Weltmeere in unmittelbare Verbindung bringen und der
Schiffahrt große, zeitraubende Umwege um die Südenden der Kontinente
 ersparen, den anderen Seekanälen weit voran-Der

 Sueskanal durchschneidet die Afrika und Asien verbindende
Landenge zwischen Port Said und Sues in einer Länge von 168 km,
wovon 38 km auf die im Verlauf seiner Linie gelegenen Binnenseen
entfallen. Der Kanal ist ein reiner Niveaukanal, d. h. schleusenfrei,
was die Durchfahrt ungemein erleichtert. Bei einer Spiegelbreite von
80—120 m und einer durchgängigen Tiefe von 10,5 m ist er nur für
Schiffe der allergrößten Abmessungen nicht benutzbar. Doch wird an
seiner weiteren Vertiefung und Verbreiterung noch immer gearbeitet,
Er wurde durch den Franzosen Ferdinand von Lesseps in den Jahren
            
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