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Erster geschichtlicher Teil
hat auch im 18. Jahrhundert die Ertragssteigerung in der Landwirtschaft
erhebliche Fortschritte gemacht. Die Land wirtschaftswissenschaft
gewann an Bedeutung und man hat deshalb die
zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts auch schon als die Zeit des
Übergangs von der empirischen zur rationellen Landwirtschaft bezeichnet").
Auf die steigende Getreideausfuhr aus Schlesien ist
bereits hingewiesen worden. Der Landbau hatte in dieser Zeit
allenthalben große Fortschritte gemacht und der Kleebau war zu
größerer Verbreitung gelangt. Die Bodendüngung war besser geworden
und man hatte den Anbau von Lupinen und Kartoffeln in
Angriff genommen. Die Zeit vorher hat der Geschichtsschreiber der
deutschen Landwirtschaft v. d. Goltz mit folgenden Worten charakterisiert:
„Der Acker wurde höchst mangelhaft bearbeitet und gedüngt;
dabei einseitig und fast ausschließlich zur Körnerproduktion
benutzt; auf die Pflege der Wiesen und Weiden wurde nur eine ganz
geringe Sorgfalt verwendet. Die Folge von beiden Tatsachen war eine
unzureichende Futterproduktion, die dann wieder die Unmöglichkeit
bedingte, viel Vieh, namentlich Rindvieh, zu halten und dies gut zu
ernähren. Hieraus ergab sich die Unmöglichkeit, viel Dünger zu
produzieren und dem Acker die zu reichlichen Ernten erforderlichen
Stoffe zuzuführen. ... Es war ein verhängnisvoller Kreislauf, in dem
der damalige Betrieb der Landwirtschaft sich bewegte“ 2).
Von der Mitte des 18. Jahrhunderts ab begann sich alles dies
zu bessern. Schon von Friedrich Wilhelm I hatte Naude gesagt,
daß er Dörfer zu Städten erhob, sie erweiterte, mit Handwerkern
und Garnisonen besetzte, um so die Zahl der konsumierenden und
nichtackerbautreibenden Bevölkerung zu vermehren, daß er Flüsse
schiffbar machen und neue Wege anlegen ließ, um den Vertrieb
der Bodenprodukte zu erleichtern ®). In Schlesien war vom Jahre 1721
bis 1798 die Ackerfläche um 800000 Morgen gestiegen 4. Zur
günstigeren Gestaltung in der Lage der Landwirtschaft kam noch
— nach Sombart — hinzu”), daß es in dieser Zeit gelang, durch
Einführung des Spinnens der bäuerlichen Bevölkerung einen Nebenerwerb
zu beschaffen. Es spricht nicht nur vieles dafür, daß ganz
allgemein in dieser Zeit mehr gearbeitet wird, Sombart hat auch
mit Recht darauf hingewiesen, daß es von der zweiten Hälfte des
I !) Th. v. d. Goltz, Geschichte d. deutschen Landwirtschaft, 1902/03, Bd. 1.
3, Abschnitt.
2) vd. Goltz, a. a. O., Bd. I, S, 287/88.
3a. a. O., Bd. 2, S. 212.
*) Müller, a. a. O,, S. 86.
5) Sombart, Kapitalismus, Bd. 2, 2. Teil, S. 1061 ff,