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Erster geschichtlicher Teil
dieser Grundlage Nahrungsmittel einführen zu können, daneben aber
auch die Tributzahlungen seiner Bundesgenossen. Auch hier liegen
gewisse Analogien mit den Industriestaaten der Gegenwart, namentlich
mit England vor, dessen Kapitalanlagen im Ausland eine ganz
besonders wichtige Quelle bilden, aus der die notwendigen Einfuhren
an Rohstoffen und Nahrungsmitteln bezahlt werden können. „Athen
mußte in einem weiteren Gebiete, im Auslande, eine ergiebigere
Einnahmequelle suchen, wenn es seine zunehmende Bevölkerung ernähren
und Mittel für größere Unternehmungen haben wollte. Diese
ergiebigere Einnahmequelle fand es in den Beiträgen der Bundesgenossen,
die ursprünglich als eine Beisteuer für die gegenseitige
Verteidigung entstanden waren und dann in einen Untertanentribut
für das Protektorat Athens verwandelt wurden“ *!).
Besonders einschneidend für die ganze folgende Entwicklung,
aber auch bezeichnend für die zwangsläufigen Beziehungen von
Wirtschaft und Bevölkerung, war der Gang, den die wirtschaftliche
Struktur Athens im Zusammenhang mit dem Vordringen von Gewerbe,
Handel und Geldwirtschaft nahm. Mit der Ausbreitung
der letzteren vor allem wurde die attische Landwirschaft immer
mehr in die Verkehrswirtschaft einbezogen, was für sie umso verhängnisvoller
sein mußte, als sie infolge des Volkswachstums bereits
stark unter den Folgen der Bodenzersplitterung zu leiden hatte 2).
Trotzdem auch der attische Bauernstand in erheblichem Umfange
Menschen für die Kolonisation gestellt hatte, konnte E. Meyer
die Zunahme der großbäuerlichen Bevölkerung damals im Verlauf
zweier Menschenalter mit fast 50%, annehmen ®). Die Kolonien
konnten ja nur einen verhältnismäßig kleinen Teil des Überschusses
der ländlichen Bevölkerung aufnehmen. „Und da nach dem Recht
der meisten griechischen Staaten das Erbe beim Tode des Vaters
zu gleichen Teilen unter die Söhne verteilt wurde, der Grundbesitz
nicht minder als die bewegliche Habe, so war eine immer weiter
fortschreitende Zersplitterung des ländlichen Grundeigentums unvermeidlich.
Die Besitzer solcher Zwergwirtschaften mochten in
gewöhnlichen Zeiten sich kümmerlich genug durchschlagen, bei
jedem Mißwachs pochte die gleiche Not an die Türe %.“ Wenn
auch im Zusammenhang mit dem Volkswachstum eine bessere Aus-')
E. Ciccotti, Griechische Geschichte. (Hartmann, Weltgeschichte, Bd. 2,
:920, S. 116/117,
*) P. Guiraud, La propriete fonciere en Grece, Paris 1893, S. 391/94-3
Forschungen zur alten Geschichte, 1892, Bd. 2. S. 179 ff.
') Beloch., Geschichte, Bd. 1, S. 206.