Kapitel VII.
Weitere Ausbildung auf Volksschul-Grundlage,
Wenn wir im folgenden die Frage beantworten: Was wird
nun in Transvaal für die weitere Ausbildung derer getan, welche
dem Schulzwange Genüge leisten? so müssen wir dabei in Erwägung
ziehen, dass die Durchführung des Schulzwangsgesetzes, sowie
die Aufrechterhaltung und Erweiterung der schon bestehenden
Schuleinrichtungen bereits ganz gewaltige Anforderungen an den
Staatssäckel gestellt haben.
Wenn Zahlen Beweise sind, so möge genügen, dass Transvaal
(siehe Report, Transvaal Education Department 1910 p.110) während
des einen Schuljahres 1910 weit über 18 Millionen Mark
allein für Unterrichtszwecke verausgabte,
Sollte daher im folgenden auf dem Gebiete der weiteren Ausbildung
auf Volksschul-Grundlage noch manches wünschenswert
erscheinen, so ist dies nicht die Schuld des Staates und dessen
Verwaltung. Aber aus dem, was geleistet ist, kann man sich bereits
jetzt ein Bild davon machen, wie sich die Zukunft gestalten
wird.
Wie bereits zu wiederholten Malen betont, soll die praktische
Neigung des Lehrplans für die Volksschulen, die Aufnahme des
Handfertigkeits-Kursus , die Arbeit in den Schulgärten usw.,
keineswegs den Zweck haben, die Kinder bereits in der Volksschule
zu Handwerkern oder Farmern auszubilden. Es soll allerdings
durch diese Einführungen in den Kindern schon in der Schule
Lust und Liebe zu diesen Gewerbszweigen erweckt werden. Die
Transvaal-Volksschule will aber eine Vorschule für alle Gewerbe sein,
Zur Erlernung eines Gewerbes oder Handwerks führen gewöhnlich
drei Wege. Entweder begibt man sich für eine gewisse
Zahl von Jahren als Lehrling in die Lehre eines tüchtigen Meisters,
oder man beginnt seine Laufbahn als Handlanger und sucht als
solcher soviel wie möglich von einem oder verschiedenen Meistern
zu lernen; oder endlich man besucht eine Schule, in welcher das
Gewerbe oder Handwerk sowohl praktisch wie theoretisch gelehrt
wird, nn , ;
Für die Erlernung des Landbaues scheiden in Transvaal die