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Transvaal der fort, dass man ein Handwerk oder Gewerbe all:
mählich als Handlanger von einem oder mehreren Meistern erlernt.
Zu Handlangerdiensten werden dort fast ausschliesslich Eingeborene
verwendet.
Es bleiben also noch die Lehrlingszeit und die Gewerbe- oder
Handwerksschule. Auch für diese liegen heute die Verhältnisse
in Transvaal nicht besonders günstig, da ein Kind, besonders ein
Knabe, nach vollendeter Schulzeit bereits ohne weitere Ausbildung
einen hohen Lohn verdienen kann.
So verdient ein Mädchen als Verkäuferin oder als Hilfe in
einer Wäscherei oder Cigarettenfabrik M. 40 bis M. 100, ein Knabe
als Hilfe im Bureau, Geschäfts- und Lager-Raum oder als Laufbursche
und Depeschenträger gar M. 80 bis M. 160 pro Monat.
Viele Eltern sind nicht so gestellt, dass: sie diesen Verdienst
in ihrer Haushaltungskasse entbehren können. Andere wieder
denken nicht daran, dass, falls der Knabe ein Handwerk gründlich
erlernen würde, er später als „gelernter“ Handwerker in Transvaal
überall M. 20 pro Tag verdienen könnte.
Dadurch nun, dass die Kinder so früh in der Lage sind, einen
verhältnismässig hohen Lohn zu verdienen, fällt für sie bedauerlicherweise
gerade während der Entwicklungszeit, zwischen dem 14,
und 20. Lebensjahre, in vielen Fällen eine Weiterausbildung nach
der Volksschule fort. Es besteht daher die Gefahr, dass sie, wenn
erwachsen, in das früher geschilderte Proletariat ihrer Eltern zurückfallen.
Auf dem Lande, wo ein früher Verdienst nicht so leicht erhältlich
ist, entschliessen sich die Eltern schon leichter dazu, ihre
Kinder einem Handwerker, besonders einem Wagenmacher, Schmied
oder Zimmermann, in die Lehre zu geben.
In der Stadt geschieht dies weit seltener. Der Durchschnitts-Handwerker
der Stadt ist nicht in der Lage, einem Lehrling einen
den oben erwähnten Beträgen entsprechenden Lohn zu zahlen. Das
können sich nur grosse Betriebe gestatten, die sich dadurch zu
gleicher Zeit tüchtige Arbeiter heranbilden.
Von diesen Betrieben kommen hauptsächlich die Dynamit-Fabrik
in Modderfontein, die Eisenbahn mit ihren Werkstätten in
Pretoria und die Minen am Witwatersrand in Betracht.