25. Titel: Unerlaubte Handlungen. SS 845, 846, 1731
Darin aufgehen wird (fo mit Mecht Urt. d. Meichsger. vom 23. März 1905 Kur. Wichr.
1905 S, 341; 1. auch Urt, d. Reichsger. vom 26. November 1900 ROE. Bd. 47 S, 87, 92 M.).
. SHinfihtlidh der fämtlidhen Erfaßanjprücdhe, melde Chegatten aus
einer Berleßung der Cheirau erwmachfjen können, gilt alio folgendes (f.
Urt. d. Neichsger. vom 18. Zebrunx 1907 Bl. f. RU. Bd. 72 S, 883 ff):
4) Der verleßten Chefrau fteht nach SS 842, 813 der Anfprucdh auf Erfaß der
Geilungs= und Pflegekoften zu, und zwar auch dann, wenn der Chemann diefe
Roften verauslagt hat.
Sie hat ferner nach 8 842, 843 Anfpruch auf eine Rente wegen Berminderung
der Ermwerbsfähigkeit und Vermehrung der Bedürfnifje; in erfterer Bes
ziehung ift aber (f. oben) ihr Anfpruch eingefhränft auf den felbjtändigen
Erwerb, dem fe außerhalb des Haushalts und SGefchäjtz des Chemannes
nachgeht (S 1356 Abt. 2) und auf die etwaige Einbuße in einer möglichen
fünitigen Ausmußung ihrer Erwerbskraft nach Auflöfung der Che.
Der Unfpruch aus 8 845 fteht ausfdhließlidh dem Monne zu; Tebiglih info-
weit, al8 bie Bermehrung der Ausgaben für Gaushalt und Gejchäft eine
Nücwirkung auf das Maß des vom Manne der Frau zu leiftenden Unter:
halts (S 1360) mögliderweife ausüben würde, kant auch für die Frau mittel»
bar eine Vermögenseinbuße entitehen und daher von einem felbftändigen
Schabenserfaßanipruch ihrerfeits die Rede fein, der aber felbitverftändlich
durch den vom Manne wegen feine8 Schadens erhobenen Anfpruch aufs
gezehrt wird und nicht neben Diefent beftehen Kann, da der ErfaB des
Schadens des Chemannes denjenigen der Frau aufhebt. |
ür den Fall, daß die Chegatten in allgemeiner Gütergemeinfchaft
leben, ergibt fich eine Modifikation diejer Orundfäße auZ der Erwägung,
daß der Erwerb der Frau Gejamtgut wird; vgl. Urt. d. Neichsger. vom
28. April 1910 RGOE. Bd. 73 S. 311 und vom 7. Kult 1910 a
1910 S. 401; binfichtlicdh der Fahrnisgemeinfhaft |. Urt. d. Neihsger.
vom 7. SYuli 1910 Recht 1910 Nr. 3345.
; Hür den Fall, daß die Frau erft zukunftig 3. B. bei Aulöfung der Che) auf
eigene Erwerbstätigkeit angewiefen fein würde, muß fie zur Sicherung ihres Schadens:
erjabanfpruch den Weg der Feititelungsklage befchreiten.
Vogl. hiezu Hoffmann a. a. O., Ullmann a. a. DO. S, 235, Urt. d. Heichager. vom
23, April und 8. Oktober 1906, NOE. Bo. 63 S. 195 F., Bo. 64 S. 323 ff., vom 3. November
1903, 22. Februar 1906, 14. Juni 1906, 12, November 1906, 1. Fuli 19U9, Sur. Wichr.
1903 Beil. S. 146 ff., 1906 S. 313 ff., 469, 1907 S, 11, 1909 S, 483, von 16. Dezember 1907,
5. März und 14. Mai 1908, echt 1908 S, 56, 233 ff., 398, vom 30. September 1909
Recht 1909 Nr. 3365 (Klagerecht des Mannes bei allgemeiner Oütergemein] haft); 1. auch
Urt. d. Neichäger. vom 10. Iuli 1908 Recht 1908 S. 522 und Endemann a. a. OD.
Neber die Zuläffigfeit einer gemeinfhaftlidhen Alage der beiden Chegatten
j. Urt. d. Reichsger. vom 18. Januar 1909 Recht 1909 Mr. 836 und vom 4. März 1909
BI. f. RA. Bd. 74 S. 771 f., fowie Endemann a. a. D., aber auch Dertmann Bem., 3.
Önwieweit der Mann befugt ift, die der Frau zuftehbenden Anjprüche geltend
zu madhen, beftimmt {ich nach) den Normen des eheliden Süterrecht8 (SS 1380, 1438,
1439, 1519, 1522, 1525, 1519, 1550, 1552; val. Bem. 2 Abi. 6 zu S 1467, Bem, 2-a zu
$ 1439, Bem, 10 zu $ 847; f. auch Urt. d Keichsger. vom 30. September 1909 Bl. f. RU.
Bd. 75. S. 464, vom 21. April und 7. Juli 1910, Kecht 1910 Nr. 2193 und 3347.
. Die gleichen Grundfäße gelten hinfichtlih der Konkurrenz des von den Eltern
im Hinblick auf $ 1617 erhobenen Erfabanfpruchs aus & 845 mit dem Sein banlpındt
de3 verlegten Kindes vol. Bem. 7 zu $ 1617, Urt. d. Meichsger. vom 15. Yktober
1903 Sur. Wichr. 1903 Beil. S. 123 und vom 14. Mai 1908 Recht 1908 S. 398); über
die Berückfichtigung des aus dem Wegfalle der Unterhaltäpflicht {ich ergebenden VBorteil8
f. Urt. d. DLG. Frankfurt a. M. vom 20. Oktober 1909 MRecht 1909 Kr. 3560.
9. Yuf Anfprüche aus dem Hajtpflidhtgefeß i{t $ 845 nicht anwendbar ({. Urt. d.
Neichsger. vom 8. Zebruar 1904 NGE. Bd. 57 S. 52 ff. und die dort S. 54 erwähnte
Siteratur, Urt. d. OLG. Kolmar vom 25. Oktober 1907 Recht 1907 S. 1321; val. auch
NOS. Bd. 475. 4 F, 92 FF).
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8 846.
Hat in den Fällen der 88 844, 845 bei der Entftehung des Schadens,
den der Dritte erleidet, ein Verjchulden des Verlegten mitgewirkt, jo finden auf
den Anjpruch des Dritten die Borfehriften des S 254 Anwendung.
&. IL, 769: II, 830.
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