Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

95. Titel: Unerlaubte Handlungen. SS. 846, 847. 1733 
VBermögenzichaden ift, eine billige Entfhädigung in Geld verlangen. Der Anfpruch 
it nicht übertragbar und geht nicht auf die Erben über, c8 fer denn, daß er 
dur BVerirag anerkannt oder daß er rechtsHängig geworden it. 
Ein gleicher Anjpruch [teht einer Trauensperjon zu, gegen die ein Verbrechen 
oder Vergehen wider die Sittlichfeit begangen oder die durch Hinterlift, durch 
Drohung oder unter Mißbrauch eines Abhängigkeitzverhältniffes zur Geftattung 
der außerehelihen Beiwohnung beftimmt wird, 
& I, 728; II, 770; II, 881. 
A. Früheres Recht. Nah römijchem Rechte war bei Berlekung einer Perfon 
nur Entfchädigung wegen der Kurkoiten, wegen verfäumten Erwerbes und wegen Min- 
derung der EC CEe zu leilten; Die gemeinrechtliche Praxis billigte aber dem 
Werleßten auch einen nt{hädigungsan{pruch wegen der erlittenen Schmerzen (fg. 
„Schmerzen8geld“) zu (Derndurg, Band. Bd. 2 5 132 Biff. 1, Windfheid-Ripp, Pand. Bo. 2 
S, 980 Anm. 29 ff, NOGES. Bd. 8 S. 117f., bayr. Öberft, LO. Hd. 5 S. 436 f., Bd. 13 
S, 299 ff, Bd. 17 S. 279 ff, BL f. RA. Bd. 59 S. 161 ff). 
Das LM. (Tl. I Tit. 6 88 112 ff, 128 ff.) gewährte unter gewiffen VBorause 
feßungen dem Verlegten Anfpruch auf Ent{Gädigung wegen erlittener Schmerzen und 
wegen einer durch die förperliche Verlegung verurfachten Berunftaltung (vgl. bayır. Öberft. 
26. Bd. 5 S. 696 ff.).1 
SinfichtliH des BLR. 1. Kreittmayr, Anm. zu Tl. IV cap. 16 86 Biff. 7, C, DAaYr. 
Oberft. LG. Bd. 3 S. 425 f., Bd. 4 S. 666 ff. 
Nach jächt. GB. ift bei Berunftaltung oder Verftümmehung durd, eine Körberver- 
[eßung Schadenserjaß nach richterlidhem Crmejfen zu leilten; im SJalle der Hreiheitd- 
beraubung ilt ferner der Anfpruch auf die fog. „Sachfenbuße“ begründet (SE 1490, 1497). 
Neber den fog. „dommage moral‘“ des franzöfiihen Rechtes 1. NOS. Bd. 7 
S. 295 fi, bayı. Oberft. X. Samml. n. F. Dd. 6 S. 263 ff.; über das Bamberger Recht 
j*bayr. Oberft. LG. Bd. 7 S. 738 ff.; über andere Rechte |. M. 1, 799 ff. 
2, Grundgedanke. Nah BGB. kann grund! äßlich nur wegen Vermögen: 
jchadens, nicht aud wegen des fog. „inmateriellen Schadens“ Erfaß gefordert werden 
(8 253 und Bem. hiezu). ABS Mermögensfchaden gelten bei einer gegen die Verfon ge 
richteten unerlaubten Handlung nach 8 842 auch die Nachteile, die eine unerlaubte Hand- 
fung für den Erwerb oder das Fortiommen des Verlekten hHerbeiführt. Ausnahmen 
von dem SGrundjaße des 8 253 enthalten die 3S 847 und 1300. Die VBorfchrift des $ 847 
beruht auf der Erwägung, daß nach S 231 StiOB. auch der Strafrichter befugt ift, im 
alle der KörperverleBung dem Verlepten auf defjen Verlangen wegen eines anderen al8 
zines Mermögensichadens eine Buße zuzuerkennen M. Il, 80V, 38®. II, 414; val. ROC. 
in StS. Bd. 15 S. 352 ff). 
„AB nit vermögensSrt echtlicdher, gemäß S 847 zu erfebender Schaden er- 
iOeint_ insSbejondere au der infolge der unerlaubten Handlung erduldete phul liche 
und piychifche Schmerz (ebenfo Urt. b. DLS. Hamburg vom 18. Iumi 1903 Yeipr. 
5. DLS. Bd. 7 S. 159 für Schaden, den jemand „Jeelifch erleidet“, Urt, D. DHLSG. FJena 
vom 21. Sunt 1905 Ripr. d. HL®G. Bd. 12 S. 120 hinichtlihH des „Mißbehagens, das 
der angegriffenen Verfon [im Salle des S$ 847 of. 21 aus der Erinnerung an das Se: 
ichehene ermachfen muß“, Urt. d. DSG. ®arl8ruhe vom 23. Juni 1906 RKipr. d. DLG. 
Bd. 14 S. 55 für den De Fall hinfichtlih der Kränkung der Ehre und des fittlichen 
Embpfindens, Urt. d. DLSG. Hamburg vom 24. September und 24. Oftober 1907, Recht 
1907 S. 1321, 1405 Hinfichtlich der durch die Verlegung herbeigeführten „förperlichen 
und feelifchen Berfaliung“ und der „Störungen des geiftigen und fürperliden Wohl- 
Befindens“, Urt. d. OLG. Selle vom 6. Yunt 1909 Kipr. d. OLG. Bd. 20 S. 268 ff. 
binfichtliH Beeinträchtigung des NaturgenufieS infolge Verminderung des Sehvermögen5, 
Urt. d. OLG. Augsburg vom 13. März 1908 Recht 1908 Nr. 2822 hinfidhtlidh der Anglit 
vor Tollwut; vgl. Yland Bem. 3, Dernburg S 388, II, 3 und nunmehr auch DVertmann 
Den. 3), ferner eine durch die unerlaubte ET herbeigeführte Verunftaltung, 
auch) wenn N Nachteile für den An nicht herbeiführt Me. IN, 
801). Nach Liszt (S. 65 ff) 1oll unter S$ 847 nur der Schaden an den Nechtsgütern 
fallen, deren Verlegung & 847 vorausfebt (ebenfo Vertmanın Bem. 3 fowie Urt. d. DL, 
Ganıburg vom 13 April 1908 Recht 1908 S. 370). Sür diefe einfhränkende Auslegung 
dürfte aber das Gefeß Feine genügenden Anhaltspunkte bieten (wie bier Dernburag $ 388 
il 3 und Crome 8 339 Anm 52).
	        
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