thumbs : Das Unterrichtswesen Transvaals

Da die Arbeit der „Kommission zur Untersuchung der Notlage
des Landes“ für das heutige Unterrichtswesen Transvaals grundlegend
 ist, hat Schreiber dieses beide Bücher einem eingehenden
Studium unterzogen. Er wird sich im Folgenden des öfteren auf
sie berufen müssen und dieselben daher hinfort der Kürze halber
als „Minutes 1906—08“ und als „Report 1908“ citieren, .
Zum näheren Verständnis der Arbeit der Kommission haben
wir wiederum auf die innere Entwicklungsgeschichte Transvaals
zurückzugreifen, Wir sahen, dass im Jahre 1886 den Boeren durch
die Eröffnung der Witwatersrand-Goldfelder ein ausgedehntes Erwerbsgebiet
 eröffnet wurde. Wir sahen auch, dass sich die Regierungskasse
 hierdurch und durch die Eröffnung der neuen KEisenbahnlinien
 füllte. Brachte nun aber die Eröffnung der neuen Kisenbahnlinien
 der Regierungskasse Gewinn, den Landbewohner hberaubte
 sie des eben gewonnenen AÄArbeitsfeldes.
Die Farmer der anderen Kolonien traten mit dem Farmer
Transvaals in Konkurrenz. Sie konnten die Produkte des Landes
weit billiger und in grösseren Mengen liefern als er, da sie sich
bereits seit Jahrzehnten mehr auf Landbau als auf Viehzucht verlegt
 und die Landwirtschaft rationell betrieben hatten.
Am meisten aber hatten die „Bywoner“ zu leiden, denn der
gute Verdienst, welchen ihnen das Transportfahren gebracht. fiel
mit der Fertigstellung der Eisenbahnlinien fort.
Schon damals zogen manche arme Boeren nach Pretoria
und Johannesburg, um dort Beschäftigung zu suchen; aber sie
fanden bald, dass sie mit den besser geschulten, von allen Erdteilen
 zusammengeströmten Arbeitern nicht konkurrieren konnten.
Sie vermehrten nur die grosse Zahl der Arbeitslosen, die, ohne
ein Handwerk oder ein Gewerbe gelernt zu haben, auf gut Glück
nach Transvaal ausgewandert waren,
Noch grösser wurde aber die Notlage, als im Mai 1896 die
Rinderpest ausbrach, die fast den ganzen Viehbestand der Boeren
hinraffte und ihnen damit die nötigen Zugtiere zur Bestellung ihrer
Aecker raubte,
Die Boeren, welche im Besitz grösserer Farmen waren, konnten
diesen Schlag leichter überstehen. Grund und Boden stand damals
 bereits in hohem Wert. Sie konnten Teile ihrer Farmen ver-
            
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