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kaufen oder Geld aufnehmen, um sich nach Beendigung der Seuche
neues Vieh zu kaufen.
Infolge des früher erwähnten Farmzerstücklungs-Systems waren
aber die Farmen mancher Boeren so klein, dass sie nur geringen
Wert repräsentierten. Auch jetzt war daher das Resultat wieder
ein neuer Zuzug von armen Boeren nach den Städten.
Am grössten wurde natürlich das Elend nach dem Kriege.
Die Farmen waren verwüstet, die Gebäude zerstört und das Vieh
zur Unterhaltung der beiderseitigen Truppen verbraucht.
Auch hier konnten die Besitzer grösserer Farmen sich wieder
schnell erholen. Sie waren entweder reich, oder aber ihr Grundbesitz
sicherte ihnen den nötigen Credit zum Wieder-Aufbau des
Niedergerissenen. Die „Bywoner“ sowie die Klein-Grundbesitzer
aber waren gezwungen, entweder auf das Land zurückzukehren und
dort ein elendes Dasein zu fristen oder in die Städte zu ziehen, um
dort ihren Lebensunterhalt zu suchen. So bildeten sich bei Pretoria
und Johannesburg ganze Vorstädte, in welchen die arme Boerenhevölkerung
ihre Zelte und ärmlichen Hütten errichtete.
Hier setzt die „Kommision zur Untersuchung der Notlage des
Landes“ mit ihrer Arbeit ein. Sie forscht nach dem Grunde der
Armut und sucht nach dem besten Wege ihrer Abhülfe. Wir
schliessen uns ihren Forschungen an und wenden uns zunächst der
bedürftigen Landbevölkerung zu:
Der grösste Verderb für den kleinen Farmer und „Bywoner“
ist es, dass er nicht gelernt hat zu arbeiten. Es rächen sich an
ihm die Sünden seiner Väter. Eine der von der Kommission befragten
Autoritäten (siehe Minutes 1906—08 p. 318) sagt: „Die alten Voortrekker
(erste Einwanderer) hatten ausreichend Wild und waren
nicht gewohnt zu arbeiten; erst nach etwa zwei Generationen werden
die Leute wissen, was Arbeit ist.“ *)
Von Jugend auf sind sie daran gewöhnt, dass die Eingeborenen
ihre Arbeit für sie verrichten. ‚Jetzt aber sind die Schwarzen in
den Minen und in den Städten beschäftigt und erhalten dort einen
hohen Lohn, den ihnen der arme Farmer nicht zahlen kann. Man
sollte daher annehmen, dass der Boer jetzt selbst Hand anlegen
*) „The old voorstrekkers had plenty of game, and were not used to work.
[t will take absout a couple of generations before ihe people know what work is.‘