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GlilECHENI.AND. — Finanzen. 
Schuld. Bekannt sind uns folgende Hauptposten : 
1) Gezwungenes Anlehen von 5 Mill. Piaster, decretirt 1622. Es konnte 
nur zu einem sehr kleinen Theile eingebracht werden. • 
beide 5 proc., das erste im Curse von 59, das zweite zu 55 Proc. negozirt. Es 
sollen nicht ^inmal 250,000 it in die Staatscasse geflossen sein. Die spätere 
Regierung verweigerte dieser Schuld die Anerkennung. Vom ersten Anlehen 
wurden seij¡ dem Juli 1820, vom 2. seit dem Juli 1827 keine Zinsen mehr bezahlt. 
Nach einer Angabe vom Sept 1804 wäre die neue griech. Regierung bereit, diese 
Schuldgattungen in der Weise anzuerkennen, dass sie 45 Proc. des Capitals und 
15 Proc. an capitalisirten Zinsen zu übernehmen und mit 5 Proc. weiter zu ver 
zinsen hätte. Der sich hienach ergebende Gesammtbetrag wurde zu 2‘/* Mill. 
Pf. Sterl. veranschlagt. 
4) Anlehen von 00 Mill. Franken, Sprocentig, 1832 garantirt von England, 
Frankreich und Russland. Die griechische Regierung sagte in einer 1‘'40 an 
die Grossmächte gerichteten Note: In den Jahren 1837—40 habe Griechenland 
für Verzinsung und Tilgung ö’300,000 Dr. selbst gedeckt; die Grossmächte hät 
ten bis 1845 zum nemlichen Behufe 27’143,950 Dr. vom Anlehens c api ta le 
verwendet: — an die Pforte hätten 12’531,104 Dr. Entschädigung bezahlt wer 
den müssen ; — die Sendung bayerischer Truppen nach Griechenland habe nicht 
weniger als 22’340,802 Dr. gekostet; Rothschild habe für Negozirung des An 
lehens 0’000,000 ])r. bezogen; im Ganzen seien von diesem und dem baveri- 
schen Anlehen (worüber sogleich einiges Nähere) nicht mehr als 43^,473 
Drachmen für innere Verbesserungen übrig geblieben ! (Und dafür ward das arme 
I.and mit solcher enormen Schuldenmasse belastet !) Da, in Folge der Garantie 
der drei Grossmächte, eine fortwährende Amortisirung sattfindet, so war der 
Capitalbetrag im J. 1800 bereits auf 44’444,107 Dr. herabgebracht; allein jene 
Mächte hatten 00’142,098 Dr. für Vorschüsse zu fordern, zusammen also schon 
110’580,805 Dr. 
5) Darlehen des Königs Ludwig I. von Bayern. In den Jahren 1832, 
1835, 30 und 37 gewährte der König Imdwig von Bayern dem Könige von 
Griechenland 4 Darlehen, im Gesammtbetrage von ungefähr 8 Mill. Erkn. zu 
4 Proc. Da es meistens Vorschüsse auf das 00 Millionen-Anlehen sein sollten, 
so ward der grössere Theil, nach Massgabe wie dieses Anlehen flüssig wurde, 
zurückersetzt. Eine Summe von 1’233,333 Gulden (mit den angelaufenen Zinsen 
bis 1849 1’529,333 fl., welche König Ludwig aus seinen Privatmitteln an die 
bayerische StaatScasse zurückersetzte, — siehe S. 231) wurde aber nicht abge 
tragen, vielmehr erhob die griech. Regierung nach der Revolution von 1843 so 
gar noch Gegenforderungen. 
0) Neue Anlehen. Im Dec. 1802 decretirte die provis. Regierung die 
Ausgabe von 0 Mill. Dr. in Oproc Obligationen. Es konnten jedoch nur für 
3'/î Mill, untergebracht werden. Ausserdem hat die Bank von Athen bis Mitte 
1804 gegen Verpfändung der wichtigsten Einkünfte (Zoll, Oliven- und Ko- 
rinthenerndte) 9 Mill, vorgeschossen ; ebenso die Bank von Korfu 10 Oüo it 
(280,000 Dr.). 
7) Die Schuld Ioniens, betragend Ende Januar 1804 209,325 ;^, wovon 
90,289 an England geschuldet, welche Summe unverzinslich ist. 
Sonach scheint der gesammte Schuldenstand folgender zu sein ; 
a) Anlehen von 00 Mill. Fres, sammt den Vorschüssen der 
Schutzmächte mindestens Drachm. 115 Mill. 
b) Neue Schulden, bes. an die Bank - 10 
c) Ionische Schuld - 7% - 
d) Schulden aus dem Revolutionskriege, nach der Con- 
vertirung - 03 
Es lässt sich nicht absehen, wie der arme Staat diese Last ver 
zinsen kann. 
2) Anlehen von 1824 
1825 
e) Forderung des Königs Ludwig I. von Bayern . . . 
Zuammen etwa 
Drachm. 2»tu Mill. 
- ~
	        
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