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Kanton St. Gallen abgeschlossenen Salz-Lieferungsvertrag im Art. 8 wie folgt x ):
„Nachdem der Schacht bei Wilhelmshall bei Rottenmünster abgetieft und soweit
„vollendet ist, daß die Saline Steinsalz liefern kann, steht dem Hohen Stande
„St. Gallen frei, von dem im Art. 1 bedungenen Quantum Kochsalz, statt diesem
„einen beliebigen Teil, oder nebst den neunzehnhundert Fässern Kochsalz ein ihm
„beliebiges Quantum von gemahlenem Steinsalz zu beziehen und zwar in
„Fässern von ca. achthundert Pfund brutto, oder in Säcken von zweihundert
„Pfund neu schweizer Gewicht verpackt zum Preise von einem Gulden achtzehn
„Kreuzer im vierundzwanzig Guldenfuß für netto hundert Pfund neu schweizer
„Gewicht, frei ab Ludwigshafen und übrigens zu den nämlichen Zahlungsbe-
„dingungen, wie sie für das Kochsalz bestimmt sind". —
In dem Hauptfinanz-Etat der Jahre 1849/52 waren für die Saline Rot
tenmünster zum Zwecke der Erneuerung einiger technischer Anlagen folgende Po
sitionen vorgesehen:
Herstellung einer neuen Dampfpfanne im Siedehaus Nr. 2
Dampftrocknung im Siedehaus Nr. 4 l-laha "
Neuer Rauchtrockenboden im Siedehaus Nr. 4 „
Neubau einer Brücke über den Neckar bei Rottenmunster lsoo,28 „
Verbesserung der Solenleitung öbb,od „
Bon den im Jahre 1855 vorhandenen 6 Siedehäusern befanden sich in der
Wirtschaftsperiode 1855/58 nur 3 bis 4 Siedehäuser im Betrieb.
Im Laufe der Zeit trat bei den Bohrlöchern Nr. 3 und Nr. 4 eine Ver
schlechterung der Sole ein, im wesentlichen dadurch hervorgerufen, daß im Dach
des Steinsalzes weiße Tonschichten auftraten, die durch Nachstürze die Sole un
günstig beeinflußten. Um daher den Solenzufluß für die Saline zu sichern,
wurden in den Jahren 1830 bis 1835 zwei weitere Bohrlöcher niedergebracht.
Diese beiden Bohrlöcher Nr. 5 und Nr. 6 wurden an der Prim etwa 2000
Fuß unterhalb von Bohrloch Nr. 1 angesetzt. Als dann im Jahre 1837 die
Bohrlöcher Nr. 1 und Nr. 2 einstürzten, die übrigens seit Gründung der Sa
line ununterbrochen im Betrieb standen, wurde die Schaffung eines neuen Bohr
loches notwendig, da es mit den alten Bohrlöchern nicht gelang, brauchbare
Sole wiederzugewinnen. Es wurde daher im folgenden Jahre 1838 ein Bohr
loch Nr. 7, etwa 70 Fuß von Bohrloch Nr. 6 entfernt, niedergebracht. Zuletzt
wurde im Jahre 1849 das Bohrloch Nr. 8 neben Nr. 7 und im Jahre 1851
das Bohrloch Nr. 9, etwa 24 Fuß von Bohrloch Nr. 2 mit Erfolg angesetzt.
Beide Bohrlöcher wurden mit Hilfe des Kindschen Bohrapparates niedergebracht.
Aus der nachfolgenden Uebersicht sind die geologischen Verhältnisse der Bohr
löcher der Saline Rottenmünster zu entnehmen:
(S. die Tabelle auf S. 121.)
Wir lassen hier nach Fehling das Ergebnis der chemischen Untersuchung
der Sole von der Saline Rottenmünster folgen. Hiernach enthielten 100 Teile
Sole folgende Bestandteile 2 ):
, 1) König!. Haus- ,und Staats-Archiv, Stuttgart; Original-Salzliefernngsver-
trag St. Gallen vom 12. September 1848 5
0art 2 l847? Ii feitf 66 m u f ?b 68 nterfUd)U " 9 der kgl. württ. Salinen. Stutt-