Full text : Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905

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hergestellt  und  durch  den
Reichstags  -  Abgeordneten
Fischer  an  die  Vertrauenspersonen ­
  der  einzelnen
Wahlkreise,  von  diesen
wiederum  an  ihre  Anterführer
  verteilt,  welche  gegen
Aushändigung  eines  Bons
10  Pfennige  in  Empfang
nahmen  und  an  den  Vertrauensmann ­
  ablieferten,
welcher  seinerseits  die  gesammelten ­
  Beiträge  an  den
Kassierer  der  großen  Parteileitung ­
  abführte.  Diese
Beiträge  sind  nicht  zu  verwechseln ­
  mit  den  monatlichen ­
  Mitgliederbeiträgen,
welche  seitens  des  Wahlvereins ­
  öffentlich  an  den
besonderen  Zahlstellen  erhoben ­
  wurden.
Zu  erwähnen  ist  noch,
daß  sämtliche  in  den  öffentlichen ­
  Wahlvereins  -  Versanimlungen
  vorgenommenen ­
  Wahlen  zum  Vorstande ­
  des  Wahlvereins,
zu  der  Preß-,  Lokal-,  Agitations-Kommission, ­
  zu  den
Delegierten  für  Parteitage
usw.  von  den  geheimen
Corpore-Versannnlungen  vorbereitet  wurden,  damit  nur  zuverlässige  Personen
in  die  Vertrauensstellungen  hineinkommen  sollten.  Die  öffentliche  Wahl  war
alsdann  nur  eine  äußere  Form.
Welchen  bedeutenden  Einfluß  die  Vertrauenspersonen  auf  die  Parteiangelegenheiten
  gehabt  haben,  geht  aus  dem  Entwurf  zur  Reorganisation  der
Sozialdemokratischen  Wahlvereine  Berlins,  Bd.  I,  Bl.  125,  hervor.  In  demselben ­
  wird  darüber  Klage  geführt,  daß  wegen  der  Bedeutung  der  Vertrauensmänner ­
  die  einzelnen  Wahlkreise  zu  keinem  rechten  Leben  kommen  können  und
für  die  Entwickelung  der  Partei  einflußlos  bleiben.  Gerade  diese  Erkenntnis
hat  in  den  meisten,  namentlich  den  größeren  Wahlkreisen  zur  Einführung  der
neuen  Organisation,  der  Einteilung  in  Viertel  und  Bezirke  mit  besonderen
Führern,  den  Anlaß  gegeben.  Dadurch  ist  es  auch  erklärlich,  daß  diese  Führer
vielfach  mit  den  bereits  eingearbeiteten  und  bewährten  Organen  der  Vertrauensmänner
  (d.  h.  der  sogenannten  inneren  Organisation)  identisch  sind.
Reben  der  Arbeit  im  eigenen  Wahlkreise  entfalteten  die  Vertrauensmänner ­
  noch  eine  sehr  eingehende,  die  sämtlichen  Berliner  Wahlkreise  umfaffende
  Tätigkeit.  Die  Vertrauenspersonen  aller  6  Wahlkreise  vereinigten
sich  vielfach  in  gemeinschaftlichen  Versammlungen,  welche  abwechselnd  von  den
Vertrauenspersonen  der  einzelnen  Kreise  einberufen  wurden.  In  diesen  Versammlungen ­
  wurde  stets  ein  Vertrauensmann  zum  Vorsitzenden  gewählt
meistens  der  Einberufer  —,  welcher  die  Verhandlungen  und  Abstimmungen
leitete.  Es  wurden  hier  politische  Angelegenheiten  aller  Art  erörtert,  die  Er-8

  l.
Alle  im  Reichstagsmahlkreise  T.-B.-St.-Ch.
bestehenden  sozialdemokratischen  Arbeiter-  rc.-Vereine ­
  bilden  einen  über  den  ganzen  Wahlkreis  sich
erstreckenden  Centralwahloerein  unter  dem  Namen
„Sozialdemokratischer  Centralwahloerein  für  den
Reichstagswahlkreis  Teltow  -  Bceskow  -  Storkow-Charlottenburg".
  Sitz  des  Vereins  ist  der  Sitz
des  Centralvorstandes.
8  2.
Zweck  des  Vereins  ist  die  Förderung  aller
derjenigen  Bestrebungen,  welche  aus  dem  Programm ­
  der  sozialdemokratischen  Partei  Deutschlands ­
  entspringen,  ferner  die  Unterstützung  aller
Bestrebungen,  welche  die  Hebung  der  Arbeiterklasse ­
  im  Allgemeinen  bezwecken.
Dies  soll  erreicht  werden  durch:
a.  Agitation  im  Sinne  der  Sozialdemokratie.
b.  Vorträge  und  Diskussion  über  politische,
rvirthschaftliche  und  wissenschaftliche  Fragen.
c.  .  Vorbereitung  und  Leitung  von  Wahlen.

49  und  50.  Zwei  Seiten  aus  den  Statuten  des
Sozialdemokratischen  Wahlvereins  für  Teltow-Beeskow-Storkow-Charlottenburg

            
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