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Marseille ob der ständigen Einfälle der Sarazenen sich und seine
Kanoniker zurückzog, die Stadt zerstört gewesen sei®®).
Der Handel Galliens nach dem Süden, dem Mittelmeer, hörte in
der Karolingerzeit nicht nur nicht auf, sondern wurde gerade durch
die Einordnung Italiens in die fränkische Großmonarchie erst recht
belebt. Das beweist vor allem das Pactum Lotharii vom Jahre 840,
das den Handel mit Venedig regelte”) sowie auch die Nachricht
der Fuldaer Annalen zum Jahre 860, daß damals die Kaufleute
aus Innerdeutschland, welche sonst zur See nach Venedig fuhren,
da infolge starken Frostes die Adria (stellenweise) zufror, zu Lande
mit Wägen dorthin ihre Waren schaffen mußten‘). Die Franken
besaßen, wie die Sachsen und Friesen, in Rom bereits eine ständige
Niederlassung zu Handelszwecken®).
Anderseits ist von einem hervorragenden Kenner der byzantinischen
Geschichte gegenüber der "These Pirennes auch bereits
betont worden, daß Sizilien bis etwa 830 ganz byzantinisch blieb
und später, als Ende des 9. Jahrhundertes die Eroberung durch die
Araber erfolgte, die Hegemonie des Islams im Mittelalter schon
ihre Grenze durch die Restauration der byzantinischen Macht im
Süden Italiens, am Jonischen Meer und der Adria gefunden habe.
Dadurch aber wurden die Beziehungen zu dem Osten aufrechterhalten;
es ist tatsächlich nicht zu einer solchen Abschnürung gekommen,
wie Pirenne sie angenommen hat”).
Über Italien (Sizilien) hätten auch die Karolinger leicht
Papyrus für ihre Kanzlei beziehen können, wie dies tatsächlich
in der päpstlichen Kanzlei lange nachher noch der Fall war; dieser
Schreibstoff war aber längst vorher schon, in der zweiten Hälfte
des 7. Jahrhundertes, bereits von den Merowingern nicht mehr verwendet
worden. Pirenne hat die Bedeutung des Papyrus für den
Handel jener Zeit sicher sehr überschätzt, zumal der Papyrushandel
schon seit dem 5. Jahrhundert stark im Rückgange begriffen war.
5%) Ebda. Note 4. .
57) Vgl. Fanta, Die Verträge der Kaiser mit Venedig bis 983. Mitteil. d.
Inst., Erg. Bd, 1, 51 ff. (1885).
%) Ann. Fuld. (ed Kurze SS. rer. German. S. 54).
) Vgl. J.P. Blok, Le antiche memorie dei Frisoni in Roma. Bullet. d.
Commissione d’Archeol. Communal. di Roma 34, 40 (1906).
70) J. Gay, Notes sur l’hellenisme sicilien de Poccupation arabe a la
conquete normande. Byzantion ı, 215 ff. (1924).